Bühne

Ein Klassenzimmer schweigt in Born

Die 11. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule führt das Stück „Das schweigende Klassenzimmer“ auf.
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Die 11. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule führt das Stück „Das schweigende Klassenzimmer“ auf.

Szenische Umsetzung eines Protests.

Von Lucas Hackenberg

Ein bisschen fühlt man sich zurückversetzt in eine Zeit, in der freie Meinungsäußerung alles andere als selbstverständlich war. Grund dafür ist die elfte Klasse der Rudolf-Steiner-Schule, die ein Theater-Interpretation des 2006 veröffentlichten und 2018 verfilmte Sachbuches „Das schweigende Klassenzimmer“ von Dietrich Garstka aufführt. Die Schüler nehmen den Zuschauer dabei mit auf eine Reise, die mehr bereit hält, als die sture Wiedergabe historischer Fakten.

Ost-Berlin, 1956: Als die beiden Freunde Theo Lemke und Kurt Wächter das Grab ihres Großvaters in West-Berlin besuchen, erfahren sie beim anschließenden Kinobesuch vom Ungarn-Aufstand, der sich gegen die sowjetische Besatzung richtet.

Zurück in Ostdeutschland berichten die beiden ihren Klassenkameraden von den Ereignissen. Mit Hilfe des alten Opportunisten Edgar, der bei sich zu Hause den westlichen Radiosender RIAS empfängt, erfahren die Schüler von einer Schweigeminute, die im Westen für die gefallenen Ungarn abgehalten wird.

Dieses Schweigen dient als Inspiration für die ganze Klasse, im Unterricht ebenso zu verstummen – und sich so gegen das System in der DDR aufzulehnen. Doch schnell macht das Zeichen des Protests auch bei politischen Führungskräften der SED die Runde, was die Schüler in große Schwierigkeiten bringt. Der sonst so große Zusammenhalt der Klasse gerät in Gefahr, als den Schülern mit einem Verweis gedroht wird, sofern sich der Rädelsführer nicht aus freien Stücken stellt.

Die Proben laufen schon seit den Sommerferien

Die insgesamt 29 Mädchen und Jungen, die das Stück an der Rudolf-Steiner-Schule aufführen, proben bereits seit den Sommerferien für die Premiere am morgigen Freitag, um 20 Uhr. „Der starke Zusammenhalt einer Gruppe, auch gegen Widerstände, ist der zentrale Aspekt unseres Stückes“, sagt Mia Niebch (16), stellvertretend für die jungen Schauspieler.

Mit einer emotionalen Darbietung einer historisch wahren Begebenheit wollen die Schüler die 465 Plätze im Großen Saal der Waldorfschule am Schwarzen Weg 9 möglichst restlos füllen. Tags drauf gibt es ebenfalls um 20 Uhr eine zweite Aufführung des Stückes. Die Generalprobe am Mittwoch verlief schon mal so, wie sich die Schülerinnen und Schüler das vorgestellt hatten, die Premiere kann kommen.

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