Ein Jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben hat seine Stunde

Eine Geistliche macht sich mit ihren Schülern Gedanken über das Thema Zukunft

Von Annette Schmid, Schulpfarrerin in Wermelskirchen

Bergisches Land Wir sitzen zusammen im Klassenraum und denken über die Zukunft nach. Der Lehrplan für die Oberstufe sieht das so vor, aber in diesem Jahr scheint das Thema besonders gut zu passen. Denn schnell ist klar: Zukunft beinhaltet immer auch zwei ganz verschiedene Aspekte.

Zukunft, das sind die Dinge, die ich plane und mir vornehme, die sich aus der Gegenwart entwickeln und damit auch in gewisser Weise vorhersehbar sind (Zukunft als „futurum“). Und dann gibt es die Zukunft, die auf mich zukommt, unvorhergesehene Dinge, mit denen ich nicht rechne, mit denen ich aber klar kommen muss. (Zukunft als „adventus“).

Und genau darin, so stellen die Schülerinnen und Schüler fest, liegt das Problem: „Bisher waren wir es gewohnt, Pläne machen zu können. Sich was vornehmen und es dann umsetzen – eine selbstverständliche Sache.

Doch damit ist es nun seit Monaten vorbei. Es gibt zu viel von der Zukunft („adventus“), die unvorhersehbar auf uns zukommt, Spielräume zur eignen Gestaltung sind klein, sogar sehr klein.“

„Das nimmt dem Leben den Stress.“

Eine Schülerin über die Zeit

Wir lesen einen Abschnitt aus dem biblischen Buch Prediger (Pred 3,1 ff): Ein Jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit. Was für eine Gelassenheit und Ruhe mit den tiefen Erfahrungen des Lebens spricht aus diesen Zeilen! Alles hat seine Zeit. Alles hat seinen Raum, aber alles ist auch begrenzt und endet irgendwann. „Das nimmt dem Leben den Stress“, sagt eine Schülerin, „ich muss nicht etwas erzwingen, was gerade nicht geht. Das kommt schon noch!“ Ja, das finde auch ich und denke „Man könnte den Bibeltext gut ergänzen: Eingeengt sein hat seine Zeit, das Leben frei gestalten, hat seine Zeit.“

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