Historisches Foto

Wo liegen diese Gleise?

Wo liegen diese Gleise?
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Wo liegen diese Gleise?

Unser Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte den heutigen Richard-Lindenberg-Platz in Hasten. Wo liegen die Gleise auf dem historischen Foto in dieser Woche?

Remscheid. In der vergangenen Woche war es ein Platz, der eng mit der Remscheider Industrie-Geschichte verbunden ist, diesmal zeigt unser Rätselfoto ein Verkehrsmittel, ohne das es die Industrialisierung wohl kaum gegeben hätte. Doch wo liegen diese Schienen? Schicken Sie ihre Lösung, gerne mit persönlichen Anekdoten, bis 2. Juni an den RGA, Alleestraße 77 - 81, 42853 Remscheid oder per Mail: redaktion@rga.de.

Das Rätselfoto der vergangenen Woche: Ein Industrie-Pionier gab dem Platz seinen Namen

Von Sven Schlickowey

Ganz tief ins Archiv gegriffen haben wir für das Rätselfoto der vergangenen Woche - doch für unsere Leser war das offensichtlich kein Problem. „Ich fand, dass das Rätselfoto nicht zu schwer war“, schreibt Karin Zauritz stellvertretend für viele andere Einsender. Und löst dann auf: „Es handelt sich um den Stadtteil Feld am Hasten mit Blick auf die Hastener Straße.“ Und selbst wer dort nicht aufgewachsen ist, konnte unser Rätsel mit Leichtigkeit lösen, wie Norbert Baus beweist: Er habe 35 Jahre als „Hergelopener auf dem Büchel gewohnt“, wie er selber schreibt, und auf unserem Foto den „Richard-Lindenberg-Platz, auch Feld genannt“, erkannt.

Tatsächlich zeigt unser Foto die Einweihung eines Denkmals zu Ehren von Richard Lindenberg im „Mittelpunkt des Remscheider Stadtteils Hasten, genannt Feld“, wie Heinz-Jürgen Schmitz schreibt. Später wurde der zentrale Platz umbenannt, nach eben jenem Unternehmer, der zeitweise bis zu 1500 Mitarbeiter in seinem Stahlwerk beschäftigte.

So sah der Platz noch 1928 aus.

Der am 12. November 1869 in Remscheid geborene Lindberg war der Erste, der einen Elektrostahlofen industriell nutzte. Das Verfahren ermöglichte die Herstellung von hochwertigeren und chemisch beständigeren Stahlsorten und wird bis heute angewandt. Grundlage von Lindbergs Verfahren war übrigens eine Methode, die der französische Chemiker Paul Héroult entwickelt hatte. 1904 hatte Lindberg dessen Patent erworben. Héroult wiederum hatte, um seine Idee in der Praxis umzusetzen, Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz eine kleine Dynamomaschine erworben, um seinen Elektroofen mit Strom zu versorgen. Lieferant war damals die Maschinenfabrik Oerlikon, Vorgänger der Firmengruppe, zu der heute die Barmag in Lennep gehört.

„Die Familie Lindenberg war dem Stadtteil Hasten sehr verbunden“, weiß Jürgen Koppka zu berichten - und verweist darauf, dass es in Hasten noch eine weitere Straße gibt, die nach der Familie benannt ist, die Julius-Lindenberg-Straße, benannt nach Richards Vater, dem Firmengründer. „Dort steht auch noch die alte Villa der Familie Lindenberg.“

Doch es gibt sogar noch mehr Spuren, die die Lindenbergs auf dem Straßenplan von Remscheid hinterlassen haben, wie unter anderem Roland Benscheid schreibt: „Das ehemalige Werksgelände ist heute ein Gewerbegebiet mit dem Namen Glockenstahlstraße, bekannt nach der Glocke im Firmenzeichen.“

Als unser Rätselfoto aufgenommen wurde, war das „Glockenstahlwerk“ schon Geschichte, es fusionierte 1927 mit anderen Firmen, überwiegend aus dem heutigen NRW, zur Deutsche Edelstahlwerke Aktiengesellschaft, zu deren Kern auch die Bergische Stahlindustrie vom Honsberg gehörte. Richard Lindenberg hat das aber schon nicht mehr erlebt, er starb 1925 bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz.

Fast 100 Jahre später hat er sich sehr verändert. Foto: Roland Keusch 

Auf dem heutigen Richard-Lindenberg-Platz wurden schon früher die Hastener Wochenmärkte abgehalten, berichtet Helmut Schucht: „Im Lauf der Jahre hat sich der Platz mehrmals verändert.“ Selbst das Denkmal habe eine Zeit lang dem Verkehr weichen müssen. Ein Punkt, den auch Edelgard Diederichs anspricht: „Zwischenzeitlich befand sich das Denkmal auf dem ehemaligen Werksgelände. Seit August 2012 wurde es wieder auf den Lindenberg-Platz umgesetzt.“ Allerdings nicht komplett, wie Gabriele Gast betont: „Leider ist der mächtige Sockel des Denkmals bei dessen Umsetzung zum Stahlwerk Richard Lindenberg/Deutsche Edelstahlwerke und wieder zurück auf den Lindenberg-Platz abhandengekommen.“

Wie zentral und damit verkehrsgünstig der gesuchte Platz liegt, zeigt noch eine kleine Anekdote von Brigitte Weischet, die schreibt, dass der Richard-Lindenberg-Platz den „Remscheider Kinderchor-Kindern“ früher als Abfahrtspunkt zu auswärtigen Konzerten diente - neben der „Schleife“, dem Rathaus und der Polizeistation.

Die richtige Lösung wussten unter anderem auch Wolfram Heinrichs, Kurt Frößler, Dieter Prill und Peter Osenberg.

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