Bühne

Jens Neutag trat im Rotationstheater auf

Von Gelächter bis zu kollektivem Schweigen reichte die Bandbreite der Publikumsreaktionen am Samstagabend im nahezu voll besetzten Rotationstheater in Lennep.

Von Dela Kirchner

Kabarettist Jens Neutag, von dem sich mancher Star-Comedian aus großen TV-Shows eine gehörige Scheibe abschneiden könnte, überzeugte das Publikum auf ganzer Linie bei seinem Heimspiel.

So unterhaltsam der Abend mit dem Künstler, der bereits seit 27 Jahren auf der Bühne steht, auf weiten Strecken war, so tief war an anderen Stellen des Programms die Betroffenheit unter den Gästen. Um ein Vielfaches authentischer und eindringlicher als viele der von ihm sehr treffend charakterisierten Politiker schaffte es Neutag, den Finger in tiefe deutsche Wunden der Gegenwart zu legen: die miserablen Zustände im Pflegebereich und die unangemessene Bezahlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich. Und nicht zu vergessen: Die nicht sehr ruhmreiche Rolle Deutschlands im Krieg in Afghanistan und der Umgang mit den Soldatinnen und Soldaten, die dort ums Leben oder anders zu Schaden gekommen sind.

Nicht wenige Zuschauer im Rotationstheater dürften sich insgeheim gewünscht haben, Jens Neutag nach Berlin zu entsenden, um vielen der dort Aktiven den Spiegel vorzuhalten und um sie in Grund und Boden zu reden. Und um das zu schaffen, was heute so schwerfällt: wachzurütteln, den Menschen die Augen zu öffnen. Sie buchstäblich anzuschreien, dass sie ihre Augen vor der Verblödung der Welt und den Problemen, die angefasst werden müssen, nicht verschließen dürfen.

Es war kein bierernster Abend, aber ein Programm, das trotz aller Heiterkeit zum Nachdenken angeregt hat. Der Fuchs, der zum Ende des Programms „Allein – ein Gruppenerlebnis“ die Menschen noch einmal eindringlich dazu aufgefordert hat, ihr Verhalten einmal zu überdenken und den Kontakt zur Natur wieder mehr zu pflegen, verdeutlichte die vorangegangenen Botschaften präzise.

Bei vielen Zuschauern waren anerkennendes Kopfnicken und großes Lob für den Kabarettisten erkennbar. Eine Reise zum inneren Ich und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation in Gesellschaft und Politik, genau auf den Punkt.

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