Bühne

Ehepaar zeigte seine musikalische Klasse und begeistert

Sopranistin Hae Min Geßner bewies bei dem einstündigen Konzert, dass ihr auch das Jodeln nicht fremd ist. Foto: Doro Siewert
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Sopranistin Hae Min Geßner bewies bei dem einstündigen Konzert, dass ihr auch das Jodeln nicht fremd ist.

Hae Min und Johannes Geßner unterhielten das Publikum prächtig in der Stadtkirche Lennep mit Schlager aus den 30er Jahren.

Von Peter Klohs

Vor noch nicht einmal neun Monaten hatte der von Johannes Geßner komponierte Liederzyklus „Wenn jener Tag kommt“ in der Lenneper Stadtkirche seine Premiere. Zum sehr ernsthaften Thema der damals aufgeführten Lieder gab es am Sonntagabend am selben Ort den Gegenentwurf: Pianist Johannes Geßner und seine Ehefrau, die Sopranistin Hae Min Geßner, spielten und sangen in einer kleinen Revue elf mehr oder weniger bekannte Lieder aus den 30er Jahren, angereichert mit einigen Operettenmelodien, ein Programm, das die Leichtigkeit der damaligen Musik kennzeichnete, inklusive der zum Teil irrwitzig schrägen Texte in jener Zeit.

Zu letzteren gehörte „In Büsum gibt’s einen Keuschheitsverein“, ein von Ralph Benatzky komponiertes Chanson. Und das schmissige „Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten“ entpuppte sich sehr schnell als Publikumsliebling. So eine peppige Musik wurde gegen Ende der 20er Jahre als Jazz angesehen. Johannes Geßner spielte mit Lust und Können, seine Frau sang annäherend perfekt.

Dabei hatte das knapp einstündige Programm beschaulich begonnen: Mit „2 Herzen im Dreivierteltakt“, einem – na klar! – Walzer von Robert Stolz mit schön verschleppten Tempo und dem unvermeidlichen Schmäh. Hae Min Geßner zeigte auf, dass sie sehr wohl jodeln kann („Im Salzkammergut kann man gut lustig sein“), gab zu, dass sie schon oft in der Stadtkirche gesungen habe („Bach-Kantaten, Schubert-Lieder, aber so etwas noch nie.“) und ließ ihrem Mann hier und da auch mal singen („Ein Freund, ein guter Freund“), was dieser gerne und mit einem gewissen Näseln in der Stimme übernahm.

Die Klasse des musikalischen Ehepaares zeigte sich, als Johannes Geßner auf dem Flügel den Gesang seiner Frau begleitete und die zweite Stimme dazu sang. Hae Min fügte hier und da einen Oktavsprung ein, der so sicher nicht im Notenblatt stand. Leichte Muse auf hohem Niveau. Das von Margot Hielscher berühmt gemachte „Frauen sind keine Engel“ aus dem gleichnamigen Film (1943) fügte sich genau so sicher in das Programm ein wie das nachdenkliche „Frag‘ nicht, warum ich gehe“, ein Chanson aus dem Film „Das Lied ist aus“, der durch den Hit „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier berühmt wurde. Und mit „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“ aus dem Jahr 1937 endete die musikalische Stunde, wie sie begonnen hatte: mit einem Walzer.

Als Zugabe durfte sich das zahlreiche Publikum noch ein Stück aus dem Programm aussuchen. Tante Paula aß noch mal Tomaten im Bett.

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