C-Dur-Klavierkonzert verspricht ein musikalisches Abenteuer

Bergische Symphoniker spielten Werk von Johann Wilhelm Wilms

Von Daniel Diekhans

Die Musik von Johann Wilhelm Wilms liegt für die Bergischen Symphoniker buchstäblich nahe. 1772 bei Leichlingen geboren, war der Komponist zuerst in Lüttringhausen und Elberfeld tätig. Der Durchbruch gelang ihm in den Niederlanden. Als Flötist spielte er in den besten Orchestern von Amsterdam und machte sich darüber hinaus als Klaviervirtuose einen Namen.

Wilms’ 250. Geburtstag feierten die Bergischen Symphoniker mit seinem Klavierkonzert in C-Dur – einem jener Werke, die aus dem jungen Talent Anfang des 19. Jahrhunderts eine europäische Berühmtheit machten. Dabei begnügte sich GMD Daniel Huppert nicht mit einer respektvollen Hommage. Die energischen Akkorde, mit denen sein Orchester den Kopfsatz eröffnete, versprachen ein musikalisches Abenteuer. In diesem Sinne agierte auch Solistin Nareh Arghamanyan. Die armenische Pianistin, die von Wien aus die internationalen Konzertsäle erobert hat, überzeugte nicht nur durch ihren feinen Anschlag und klar konturierte Klangfarben. Ihr gewagtes Über-Kreuz-Spiel lockerte die an Haydn und Mozart orientierte Tonsprache auf. Vor allem die Leichtigkeit, mit der Arghamanyan ihre Finger durch alle Lagen gleiten ließ, riss die gut 250 Gäste hin – und nach dem Finalsatz strahlte auch Huppert übers ganze Gesicht.

Geschichte von Spartacus wurde in harten Schnitten erzählt

Saint-Saëns’ „Spartacus“-Ouvertüre versetzte das Publikum in die römische Antike und verlangte Dirigent wie Musikern höchste Konzentration ab. Denn wie bei einem Film wurde die Geschichte des Rebellen Spartacus in harten Schnitten erzählt, wechselten sich martialische Marschrhythmen mit filigranen Klanggebilden ab.

Zuletzt widmete sich das Orchester der Symphonie d-Moll von César Franck, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Wenngleich alle Sätze eine gemeinsame thematische Basis haben, markiert hier die Instrumentierung den je eigenen Charakter.

Zu Beginn verdichtete Huppert entsprechend die Stimmen von Flöte, Oboe und Waldhorn. Für delikate Töne sorgte im Mittelteil die Harfe, eng verknüpft mit gezupften Streichern. Dann aber brachen sich die Klangwellen der Streicher Bahn, die bereits den Auftakt beherrscht hatten, und die Blechbläser – bis hinab zur Bassposaune und Tuba – kamen nun auch zu ihrem Recht.

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