Kabarett

Duo verschont zur Freude des Publikums nichts und niemanden

Adrian Engels und Markus Riedinger nahmen als „Duo Onkel Fisch“ bei ihrem Jahresrückblick kein Blatt vor den Mund. Foto: Roland Keusch
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Adrian Engels und Markus Riedinger nahmen als „Duo Onkel Fisch“ bei ihrem Jahresrückblick kein Blatt vor den Mund.

Onkel Fisch blickte in der Klosterkirche auf das Jahr 2021 zurück.

Von Peter Klohs

Remscheid. Onkel Fisch, ein Kabarett-Duo, das durch Radio-Comedysendungen bekannt geworden ist, war wieder einmal in der Klosterkirche zu Gast. Dass die beiden Komödianten in Remscheid auf eine ansehnliche Fanschar bauen können, bewies der unter den aktuellen Coronabedingungen sehr gut gefüllte Minoritensaal.

Markus Riedinger, mit seinem grauen Zopf von seinem Partner Adrian Engels als „Karl Lagerfeld“ vorgestellt, und Engels, der als „Professor Merkel“ das gut zweistündige Spektakel eröffnete, hatten sich das Jahr 2021 vorgenommen und verschonten in ihrem Programm „Zugabe Jahresrückblick“ nichts und niemanden zwischen Donald Trump und den britischen Royals.

Das Duo ist vortrefflich aufeinander abgestimmt, die Gags schön hälftig aufgeteilt, das zuweilen auf der Bühne herrschende Sprachchaos durchaus gewollt. Als kleiner Nachteil entpuppte sich, dass Onkel Fisch ihr Programm ohne Pause darboten. Einige Längen wurden so deutlich, die Konzentration des Publikums auf eine harte Probe gestellt.

Als einige der Gäste etwas zu spät in den Saal kamen, reagiert Engels spontan: „Sie haben nichts verpasst. Wir sind noch bei den Rückkopplungen.“ In der Tat zeigte sich die Technik an diesem Abend zickig. „Wir spulen das vergangene Jahr in aller Ruhe ab“, versprach das Duo und hielt sich daran. Angefangen mit dem Januar widmete man jedem Monat etwa zehn Minuten. „Im Januar 21 habe ich mich sehr auf den Jahresbeginn 2022 gefreut“, gestand Markus Riedinger satirisch, „so ganz ohne Masken und Abstand.“ Sein Blick ging durch den Raum mit seinen auf Abstand platzierten Sitzplätzen und den Gästen, die alle ihre Schutzmaske angelegt hatten.

Wortspiele, Running Gags und Namensverballhornungen

Es entwickelte sich ein Kessel Buntes, angefangen bei der bundesdeutschen Politik über die internationalen Verwicklungen, dargeboten in kleinen Sketchen und in Liedern, die Engels zuweilen auf seiner Ukulele begleitete, von Wortspielen, Namensverballhornungen und Running Gags. Nach dem Sturm auf das Capitol bekommt Trump die schlimmste Strafe aufgebrummt: Er darf nicht mehr twittern. The masked singer wird geboren, die britischen Royals sprechen mit Oprah Winfrey, „34 Milliarden Dollar schwer“, ergänzt Engels.

Genau wird beschrieben, wie man vom Volksvertreter zum Vertreter wird („Infektion durch gelbe Geldgier“), die Kanzlerin muss die fünftägige Osterruhe wieder zurücknehmen („Irren ist merkelich“) und es droht Dosenspargel, weil die billigen Erntehelfer fehlen.

„Nach den Vorkommnissen im olympischen Fünfkampf soll das Reiten durch Fahrradfahren ersetzt werden“, sagte Engels staubtrocken. „Wie die Pferde auf das Fahrrad kommen sollen, bleibt unklar.“ Satirische Blicke auf die Politik schlossen sich an: „Wenn in Deutschland die Ampel ausfällt, dann gilt automatisch Rechts vor Links.“ Oder das Zitat des Politikers Tilman Kuban: „Wir brauchen in der CDU jemanden wie Sebastian Kurz.“ Dessen Schicksal ist bekannt.

Auch nach zwei Stunden Gag-Feuerwerk hatten die Besucher noch nicht genug und bekamen eine kleine Zugabe.

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