Kultur

Duo „La Vigna“ mit Lauten und Flöten

In der Kirche Tannenhof konzertierten Theresia und Christian Stahl als Duo La Vigna auf und beeindruckte.
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In der Kirche Tannenhof konzertierten Theresia und Christian Stahl als Duo La Vigna auf und beeindruckte.

Sommerkonzert in der Kirche Tannenhof.

Von Peter Klohs

Die kleine zweiteilige Serie der Sommerkonzerte in der Kirche der evangelischen Stiftung Tannenhof ging am Mittwochabend mit einem außergewöhnlichen Duo zu Ende. „La Vigna“, zu deutsch: Der Weinberg, spielte auf historischen Flöten und Lauteninstrumenten nur sehr selten in Konzerten zu hörende Barockmusik.

Von einer Händel-Sonate abgesehen, dürften die Namen der gespielten Komponisten so manchem Musikfreund gänzlich unbekannt sein: Charles Dieupart und Francesco Barsanti waren unter ihnen.

Letzterer, im italienischen Lucca geboren, zog in Begleitung seines Kollegen Francesco Geminiani nach London, spielte an der dortigen italienischen Oper und starb im Alter von 80 Jahren 1770 halbwegs verarmt. Was ihm blieb, war die Verbundenheit mit der englischen und schottischen Volksmusik, deren Melodien er in Kompositionssammlungen aufschrieb. Mehr als zehn seiner dreißig Volkslied-Adaptionen spielte das Duo „La Vigna“ im mehr als achtzigminütigen Konzert.

Christian Stahl spielte zwei Arten von Lauten: die Barocklaute, ein aus mehr als zehn Doppelsaiten bestehendes Instrument und eine mehr als doppelt so lange Theorbe, deren Hals sicher zwei Meter misst und über voluminös klingende Bass-Saiten verfügt.

Theresia Stahl ist eine angesehene Flötistin und hat wie ihr Mann an der Universität der Künste in Berlin studiert. Sie wechselte im Konzert, vor allem bei den schottischen Liedern, alle zwei Minuten ihr Instrument und spielte alle Arten der Flöten zwischen Altflöte und Sopraninoflöte.

Mit Letztgenannter überraschte sie die mehr als 60 Konzertbesucher, als sie „Melodien für Vögel“ vorstellte und den Klang einer Chinesischen Nachtigall oder eines Dompfaffs gleichsam in einer Melodie imitierte.

Zu den gespielten Liedern gesellten sich drei viersätzige Sonaten in barocker Musiksprache, zudem Ausschnitte einer Suite von Charles Dieupart.

Der recht leise Klang der Lauten ergänzte sich im Konzert auf angenehme Art mit den Klängen der Flöten. Als kleine Zugabe spielte das Duo eine weitere Komposition von Francesco Barsanti, dessen Werk, so Christian Stahl, noch nicht die Würdigung erfahren habe, die es verdient.

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