Duo begeistert mit romantischen Liedern

3. Meisterkonzert im Teo Otto Theater

Von Daniel Diekhans

Eine volle, reife Stimme und dazu eine raffinierte Begleitmusik – Bariton Samuel Hasselhorn und Pianist Daniel Heide bieten alles, was einen romantischen Liederabend ausmacht. Hasselhorn wurde spätestens mit dem Gewinn des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2018 international bekannt und hat sich im Liedfach und auf der Opernbühne profiliert. Beeindruckend lang ist die Liste der Gesangsgrößen – von Simone Kermes bis Christoph Prégardien – , mit denen Heide bereits gearbeitet hat.

Beim Meisterkonzert spannten die beiden Musiker den Bogen von Beethoven bis Schumann, und die 60 Gäste im Teo Otto Theater dankten es ihnen mit immer wieder aufbrandendem Applaus und Bravo-Rufen.

Viel ist darüber spekuliert worden, wer die Adressatin von Beethovens „An die ferne Geliebte“ gewesen sein könnte. Ein „spezielles Stück“, meinte Heide, sei es aber vor allem wegen seiner Form. Die sechs Gedichtvertonungen sind kein einfacher Liederzyklus, vielmehr gehen sie fast unmerklich ineinander über. Hier überzeugte Hasselhorn, der jeder Melodie eigenständigen Charakter und Konturen gab. Weich und sonor konnte seine Stimme klingen, dann scharf und hell, wenn die „innere Pein“ des lyrischen Ichs zur Sprache kam. Mit dichten, ruhig atmenden Tönen rundete er die Komposition ab.

„Wunderbar“ fand das Publikum auch seine Schubert-Interpretationen. In „Sehnsucht“ gestaltete er schlüssig den Wechsel vom dramatischen Aufschwung hin zum Triumph in Dur („Du musst glauben, du musst wagen“). Wie kein anderes Stück forderte der „Erlkönig“ Sänger wie Begleiter heraus. Souverän ging Heide das Klaviervorspiel an und baute die rhythmische Spannung stetig aus. Die virtuos ausgeführten Oktaven feuerten den Solisten an, der durch feinste Nuancen in Tonhöhe, Tempo und Dynamik die Todesangst des vom Erlkönig bedrohten Kindes hörbar machte.

Eine ganz andere Musik schrieb Schumann für seinen Zyklus nach Gedichten von Justinus Kerner – Melodien, von denen sich Ehefrau Clara „unbeschreiblich beglückt“ fühlte. Dem emotionalen Reichtum der Liederreihe nahm sich das Duo gern an. Der Pianist ließ das eingängige „Wanderlied“ ebenso glänzen wie die Seufzermotive der „Stillen Tränen“. Sein Kollege kostete nicht allein die Möglichkeiten seines Baritons aus, sondern wechselte an passender Stelle mühelos zur Kopfstimme. Beim nächsten Meisterkonzert geht es um Klaviermusik. Am 18. Mai spielt Alexandra Dariescu unter anderem Debussy und Ravel.

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