Historisches Foto

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Heute fahren an dieser Stelle Autos.
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Heute fahren an dieser Stelle Autos.

Das historische Foto zeigte ein Haus an der Wermelskirchener Straße in Bliedinghausen

Von Manuel Böhnke

Geblieben sind von der ehemaligen Gaststätte Weber die nach ihr benannte Bushaltestelle direkt vor der Tür – und viele tolle Erinnerungen. Davon zeugen die zahlreichen Zuschriften, die den RGA als Reaktion auf das Rätselfoto der vergangenen Woche erreichten. Das Bild zeigte die frühere Heimat des Sportvereins TuRa Süd an der Wermelskirchener Straße in Bliedinghausen.

RGA-Leser Horst Meyer hat die Gaststätte noch als aktiver Fußballer besucht. „Als nach Kriegsende bei TuRa Süd der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde, bin ich wenig später aktives Mitglied geworden – und zwar mit einer kurzen Unterbrechung bis auf den heutigen Tag“, schreibt er dem Tüpitter. In seiner aktiven Zeit sei an der Wermelskirchener Straße ausgiebig die „dritte Halbzeit“ gefeiert worden. Besonders gerne blickt Wilfried Bewig auf den 5. April 1971 zurück. An diesem Tag sei TuRa in die Bezirksliga aufgestiegen. „Es herrschte große Stimmung und es wurden Gerstensaft und andere alkoholische Getränke getrunken.“ Es war zwar nicht die einzige Meisterfeier, an der Bewig – auch als Aktiver – beteiligt war. Besonders im Gedächtnis geblieben ist sie jedoch nicht zuletzt, weil an diesem Abend eine Säule in der Gaststätte in den Farben Grün und Weiß gestrichen worden war. In der kommenden Saison geht die erste Herrenmannschaft von TuRa Remscheid-Süd übrigens in der Kreisliga B auf Torejagd.

„Es herrschte große Stimmung.“

RGA-Leser Wilfried Bewig über die Meisterfeier 1971

Doch nicht nur nach dem Spiel traten die Spieler den Weg in die Gaststätte an. „Dort zogen sich die Spieler von TuRa Süd und deren Gegner zum Fußballspiel um, sie gingen dann durch einen schmalen Weg zum Sportplatz an der Steinacker Straße“, erklärt Helmut Schucht. Auch Heinz-Jürgen Schmitz und Wolfgang Güntsch erinnerten an die Umkleidekabinen im Keller. Mit Eröffnung des Vereinsheims am Sportplatz bestand dafür jedoch kein Bedarf mehr.

Die Gaststätte Weber war die Heimat von TuRa Süd.

Zwei Namen fielen in den Zuschriften an den RGA zum historischen Foto des vergangenen Samstags immer wieder: „Webers Lieschen und ihr Ehemann Hermann Motte“, wie Horst Meyer beispielsweise schreibt. Das Paar führte die Gaststätte lange Jahre. Wolfgang Palenga ist insbesondere die „resolute“ Wirtin im Gedächtnis geblieben: „Meine Eltern erzählten mir, dass sie schon in den 50er/60er Jahren den Motorradführerschein erwarb. Sie war die erste Frau in Remscheid, die diesen Lappen hatte.“ Als sie die Gaststätte aus Altersgründen abgeben musste, habe sie ihm ein altes Büfett aus Eiche geschenkt. Der Aufsatz samt Türen mit geschliffenen Glaseinsätzen und schönen Verzierungen sei ein „wunderbares Andenken an Lieschen Motte“.

Die Bezeichnung Kamerun ist mit der Gaststätte eng verbunden

Ein weiterer Name, der untrennbar mit dem Rätselfoto verbunden ist: Kamerun. Dabei handelt es sich nicht nur um die im Volksmund verbreitete Bezeichnung für die Umgebung rund um die Wermelskirchener Straße. Das afrikanische Land hielt auch als Spitznamengeber für die TuRa-Kicker und die frühere Wirtschaft her.

Bestens in der Gegend kennt sich die 93-jährige Gisela Otto aus. „Man ging nach dem Fußballspiel zum Lieschen und Hermann. Gefeiert wurde dort immer ordentlich“, berichtet ihre Tochter Monika Kersting. Ihr Vater, Hans Otto, war Schiedsrichter und Vereinsmitglied von TuRa Süd. Zwar schreibt Kersting, dass diese Zeit bereits lange zurückliegt. Ihre Mutter kann sich allerdings noch daran erinnern, dass in dem Schieferhaus rechts der Gaststätte Weber „Oma Güntsch“ wohnte. Und tatsächlich, die Familie war dort ansässig. „Dort habe ich mit meinen Eltern Anfang der 50er Jahre gewohnt, Außentoilette inklusive“, sagt RGA-Leser Wolfgang Güntsch.

Das neue Rätselbild

Autos sind auf dem historischen Foto nicht zu sehen – heute ist das an dieser Stelle anders. Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns bis Donnerstag, 10. September, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an Remscheider General-Anzeiger, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid.

redaktion@rga-online.de

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