Stammtisch der Gründerschmiede

Es dreht sich alles um Kette und Schuss

Ernst Köser (links) ist zwar schon im Ruhestand. Doch auch als Rentner hat der gelernte Bandweber sein Handwerk nicht verlernt. Den Stammtisch-Teilnehmern der Gründerschmiede demonstrierte er im Betrieb Halbach Seidenbänder, wie ein Bandwebstuhl funktioniert. Foto: Doro Siewert
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Ernst Köser (links) ist zwar schon im Ruhestand. Doch auch als Rentner hat der gelernte Bandweber sein Handwerk nicht verlernt. Den Stammtisch-Teilnehmern der Gründerschmiede demonstrierte er im Betrieb Halbach Seidenbänder, wie ein Bandwebstuhl funktioniert.

Der Stammtisch der Gründerschmiede traf sich bei der Firma Halbach Seidenbänder.

Von Sabine Naber

Erstmals hat die Gründerschmiede ihren Stammtisch nach Lüttringhausen verlegt. Bei der Firma Halbach Seidenbänder an der Garschager Heide drehte sich am Dienstagabend alles darum, wie man Gutes bewahrt und gleichzeitig Neues wagt. „Das ist hier ein spannender Ort. Erfindergeist trifft auf junge Generation“, sagte Christoph Imber, als er die Teilnehmer begrüßte.

Geschäftsführerin Brigitte Halbach führte die Gäste durch den Betrieb. Zunächst ging es durch die Halle, in der ein riesiger Vorrat an Garnen gelagert wird. „Sie werden gebraucht, um Bänder zu produzieren“, erklärte sie. Bandweber Ernst Köser, der 15 Jahre lang in der Firma gearbeitet hatte, ehrenamtlich aber auch jetzt noch hin und wieder aktiv ist, setzte den imposanten Webstuhl in Bewegung und erklärte, wie man damit umgehen muss, wenn aus Kette und Schuss ein Gewebe entstehen soll.

„Das war harte Arbeit damals, wenn man den ganzen Tag hier stehen musste“, betonte er und erzählte, dass es 1920 in Lüttringhausen eine eigene Bandwirkerpartei gegeben habe. „Für mich als digitalen Menschen ist es unvorstellbar, wie früher gearbeitet werden musste“, sagte Imber mit Blick auf den alten Bandwebstuhl, der früher im Lüttringhauser Rathaus stand und von Köser wieder ans Laufen gebracht worden war.

Der Opa machte sich nach dem ersten Weltkrieg selbstständig

„Wir leiten die Firma in der dritten Generation. Meine Schwester und ich sind im Betrieb groß geworden. Arbeiten und wohnen, das gehörte zusammen“, sagt Brigitte Halbach. Ihr Großvater hatte nach dem Ersten Weltkrieg sich mit einem Webstuhl selbstständig gemacht. Vor Ort wird auch heute noch produziert, eigene Maschinen sind dafür entwickelt worden. „Aber China ist ein großer Wettbewerber“, macht die Geschäftsführerin deutlich. Und antwortet auf die Frage, was sie denn trotz dieser Konkurrenz so erfolgreich sein lässt: „Wir können schneller liefern, denn 80 Prozent der Standardwaren liegen bei uns auf Lager, der Kunde kann auch kleinere Mengen bestellen und muss die Ware bei uns nicht vorfinanzieren.“ Auch reiche die chinesische Qualität nicht an die der Firma Halbach heran.

Weiter ging es in die Produktion, in der 90 Maschinen rattern. Rund 240 Tonnen Garne durchlaufen jährlich die Produktionsprozesse, die Maschinen holen sich automatisch den richtigen Faden. Die Bänder werden auf speziellen Bandwebautomaten gewebt. Sie arbeiten mit hoher Geschwindigkeit. Außer Bändern werden hier auch Kordeln, Litzen und Kranzschleifen produziert.

Gezeigt wurde auch, wie die Rollen aufgewickelt werden: „Wenn beispielsweise 120 Fäden aufgerollt werden sollen, dann müssen 120 Spulen aus dem Lager geholt und damit die Maschine bestückt werden“, erklärt es der Fachmann.

Nach dem Rundgang durch den Betrieb traf man sich zum Gedankenaustausch noch einmal in der Lagerhalle. Am Dienstag, dem 8. Oktober lädt die Gründerschmiede zum nächsten Gründerstammtisch, dieses Mal in das Remscheider Bräu ein.

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