Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Remscheider Naturschützer unterstützen landesweite Aktion

Hubert Benzheim (v.l.), Jörg Liesendahl und Gabriele Lipka unterstützen die Unterschriftensammlung der „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“ und sammeln Unterschriften. Foto: Michael Schütz
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Hubert Benzheim (v.l.), Jörg Liesendahl und Gabriele Lipka unterstützen die Unterschriftensammlung der „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“ und sammeln Unterschriften.

Remscheider Naturschützer sammeln Unterschriften.

Von Elisabeth Erbe

Remscheid. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund (Nabu) sowie die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) haben die landesweite Aktion „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“ gestartet.

Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund, Gabriele Lipka vom Bergischer Naturschutzverein und Hubert Benzheim (BUND) gaben gestern bekannt, dass sie die landesweite Aktion unterstützen werden. Benötigt werden 66 000 Unterschriften bis Juli 2021, damit die Politik sich mit den geforderten Themen auseinandersetzt und Lösungsvorschläge zum Thema „Insekten retten– Artenschwund stoppen“ anbietet.

Handlungsplan listet acht Forderungen auf

„Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in Nordrhein-Westfalen bedroht. Der dramatische Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten duldet kein Aufschub mehr“, sagte Hubert Benzheim.

Insgesamt werden acht Punkte in einem Handlungsplan gefordert. Im ersten Punkt geht es um den Flächenfraß, der verbindlich gestoppt werden soll. Darin heißt es, dass der Flächenverbrauch bis 2025 auf 5 Hektar pro Tag und bis 2035 ganz auf null abgesenkt werden soll. Im nächsten Punkt sollen die Schutzgebiete wirksam geschützt werden. Gefordert wird ein Verbot von chemisch-synthetischen Pestiziden und leichtlöslichen Mineraldüngern in Schutzgebieten. Punkt 3 fordert die Zulassung von wilden Wäldern. Außerdem möchten die Naturschützer eine Naturverjüngung statt flächiger Aufforstung.

Im 4. Punkt soll die naturverträgliche Landwirtschaft vorangebracht werden. Um die Verbindung der Biotope geht es im 5. Punkt. Gewünscht wird zum Beispiel in Bergisch Born, dass Naturräume ihre Verbindungswege behalten, wenn das Gewerbegebiet entsteht. „Ohne diese Verbindungswege können die Tiere keine neuen Lebensräume finden und sterben aus“, erklärte Diplom-Biologe Liesendahl.

Besonders wichtig ist den Naturschützern der Schutz der lebendigen Gewässer und Auen (Punkt 6). „Remscheid ist ein wasserreiches Gebiet. Wenn die Grünflächen versiegelt werden, wird es bald keine Quellen und keine Grundwasserbildung geben“, sind sich die drei Naturschützer einig. Hubert Benzheim fügt hinzu, dass 1 Quadratmeter bis zu 160 Liter Wasser speichern kann. In Punkt 7 geht es um den Artenschutz in der Stadt. „Ab dem Remscheider Stadtschild könnte man ein Schild aufstellen mit der Aufschrift: ‘Hier ist die Natur zu Ende’. Ich finde hier keine seltenen Schmetterlinge, keinen Schwalbenschwanz und keine Störche“, beklagte Hubert Benzheim.

In der letzten Forderung geht es um den Nationalpark Senne, der 1991 beschlossen wurde und 2019 wieder aus dem Programm flog. Die Unterschriften werden vor der Natur-Schule Grund gesammelt. Weitere Standorte für die Unterschriftensammlung sind in Planung und werden auf der Website der Schule veröffentlicht.

https://neu.natur-schule-grund.de/

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