Rotationstheater

Dr. Pop verarztet ein ausverkauftes Haus

Dr. Pop heißt eigentlich Markus Henrik.
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Dr. Pop heißt eigentlich Markus Henrik.

Markus Henrik verarztete sein Publikum im Rotationstheater mit Musikfakten von Dieter Bohlen über Ed Sheeran bis zur Frage, was ein Froschkonzert mit Wacken zu tun hat.

Von Peter Klohs

Lennep. Der Doktor war zu Besuch - und verarztete seine Patienten im Rotationstheater mit Musikfakten: Die Comedyshow von Markus Henrik alias Dr. Pop war ausverkauft. Der Musikfachmann hat in der Tat einen Doktortitel für Popmusik, den er nach seinen Studien in Manchester, Liverpool, Paderborn und Detmold verliehen bekommen hat. Er ist regelmäßig im Radio zu hören und ist mit seinem Solo-Programm aktuell auf Tour.

Dr. Pop entschlüsselt mit viel Witz und kenntnisreich die Musik. Er erklärte den Gästen am Freitag zum Beispiel, wie Pachelbes Kanon aus dem 17. Jahrhundert Einzug in die Popmusik gehalten hat. Er weiß auch, warum ein CD-Rohling zumeist über eine Spielzeit von 74 Minuten verfügt und bewies die Nähe eines Hits von Ed Sheeran zu einem der größten Hits aus Köln.

Die Gesangskunst von Julio Eglesias beschrieb er so: „Wer den Text nicht kennt: Einfach mitweinen.“ Die Lacher hatte er auf seiner Seite. Der 40-jährige Doc gab aber auch Einblicke, wie ein zurzeit erfolgreicher Pop-Titel aufgebaut werden muss: „Der B-Teil, die sogenannte Bridge, ist aus der Popmusik völlig verschwunden.“ Zudem führte er das Autotuning vor, die automatische Tonhöhenkorrektur.

Dr. Henrik kennt die „Fehler“ in so manchen Hits, die sich später jedoch als Markenzeichen des Erfolges herausstellten - zum Beispiel bei The Police oder James Blunt.

Mehr aus dem Rotationstheater Lennep

An zwei Themen erhitzte er sich im Rotationstheater: die Musik des Schlagerduos Die Amigos sowie dem Deutsch-Rap. Hierzu gab er auch gleich die Textbeispiele: „Ich bin ein Dichter wie van Gogh“ von Keanu und eine Zeile von Rapper Kool Savas: „Ich bin potent wie ein Ochse.“ Das Publikum amüsierte sich königlich.

Dr. Pop imitierte aber auch vorzüglich Bob Dylan und dessen sehr eigenwilligen Gesangsstil, analysierte zudem einen Text von Andrea Berg. Wer hat das kürzeste Stück der Musikgeschichte geschrieben? Napalm Death. Und wer das längste? John Cage. Eine weitere Weisheit gab er den vielen Gästen mit auf den Weg: „War der Song gestohlen, war es Dieter Bohlen.“ Wie kommt man nur auf so etwas, auf Pop-Comedy? „Meine Lehrerin war Managerin von Helge Schneider. Das prägt“, erklärte Markus Henrik.

Das Publikum hatte einen Wunsch: Er solle doch bitte den legendären Hüftschwung von Elvis Presley imitieren. Und der Doc tat’s. Und verkündete am Schluss, was ein Froschkonzert ist: „Da sitzen die Kerle herum und brüllen sich an. Wie in Wacken.“

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