Flinke Pedale

Dokumente werden in Remscheid frei Haus geliefert

Genau sortiert: Tabitha Henn mit den Dokumenten. Foto: Roland Keusch
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Genau sortiert: Tabitha Henn mit den Dokumenten.

Stadt bietet Service für Pässe und Ausweise an.

Von Andreas Weber

Remscheid. „Flinke Pedale“ kennt Tabitha Henn schon länger. In Düsseldorf werden Personalausweise und Reisepässe mit dem Fahrradkurier zugestellt. Den Service gab es in der Landeshauptstadt schon vor Corona. Auch die Stadt Remscheid greift dieses Projekt jetzt auf, mit einem Unterschied: 8 Euro Gebühr braucht hier niemand zu bezahlen, um an beantragte Dokumente zu gelangen. Seit Dienstag liefert der städtische Bürgerservice 1700 Ausweise und Pässe kostenfrei aus.

Tabitha Henn, die Leiterin des Bürgerservices im Fachdienst Bürger, Sicherheit und Ordnung, und ihr 30-köpfiges Team drehen ein riesiges logistisches Rad. Oberste Voraussetzung: „Die Bürger, die ihre Papiere sonst bei uns im Ämterhaus abgeholt hätten, müssen einverstanden sein“, meint Henn. Zum neuen Lieferdienst gelangen Interessierte mit einem Klick über die Homepage „www.remscheid.de“. Drei Wunschtage für die Lieferung dürfen angegeben werden.

Die erste Resonanz bestätigt den Bürgerservice. „Letzte Woche sind wir im Netz an den Start gegangen und haben 176 Rückmeldungen erhalten, alle positiv“, stellt Henn fest. Mehrere Fahrer gehen deshalb an die Aufgabe, frei Haus zu liefern. „Unter den strengsten Hygiene- und Abstandsregeln“, wie die Verwaltung betont. Die Übergabe kann am Gartenzaun, an der Haustür oder durchs Fenster erfolgen. Zwei Auslieferer, die sonst im Außendienst des Jobcenters tätig sind, dürfen sich als die Pioniere dieser besonderen Lieferung fühlen.

Kurz nach Ostern haben sie losgelegt. Weitere drei aus der städtischen Personalreserve sollen am Donnerstag hinzustoßen. Die Vorbereitungen sind getroffen. In einer von Henn erstellten Excel-Tabelle wurden alle Infragekommenden nach den sechs Postleitzahlen in Remscheid sortiert, Listen angefertigt, die täglich aktualisiert werden, und die Dokumente in sechs verschiedene gelbe Postkisten verpackt. Bei ihren täglichen Touren sollen die Fahrer möglichst kurze Wege vorfinden.

Gerade im Zulassungsbereich ist weiterhin viel zu tun

Voraussetzung: Ausweis und Pass müssen beantragt und bezahlt sein, der Pin-Brief für den Personalausweis vorliegen, der abgelaufene Ausweis muss griffbereit sein. Wer sein bisheriges Dokument verloren hat oder dieses gestohlen wurde, muss dies bei der Meldebehörde angezeigt haben. Die daraufhin ausgestellte Verlustanzeige muss bei der Aushändigung vorgezeigt werden.

In Corona-Zeiten stehen zwar keine Reisen an, und das NRW-Innenministerium gesteht zu, dass abgelaufene Dokumente ihre Gültigkeit bis zu einem Jahr nicht verlieren, gleichwohl gibt es Menschen, die sich ausweisen müssen, zum Beispiel, wenn sie Leistungen vom Sozialamt beziehen.

Das Ämterhaus hat zwar geschlossen, als systemkritischer Bereich ist der Bürgerservice aber präsent. Zwei gleichstarke Teams wurden in Front- und Backoffice gebildet, die sonst doppelt besetzten sechs „Schalterschnecken“ sind mit sechs Mitarbeitern einfach besetzt. Viel zu tun hat der Bürgerservice gerade im Kfz-Zulassungsbereich. „Vergangene Woche Dienstag wurden 128 Vorgänge von drei Mitarbeitern bearbeitet“, nennt Tabitha Henn ein Beispiel. Zulassungen laufen momentan komplett über Zulassungsdienste und die Autohäuser, wobei diese Zulassungsdienste zu bestimmten Zeiten in das Ämterhaus einbestellt werden.

In unserem Live-Blog finden Sie alle aktuellen Informationen zum Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

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