Stadtrat

Ditib verzichtet auf öffentliche Mittel bei Moscheebau

Der Rat sprach über die Moschee in Stachelhausen. Foto: Roland Keusch
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Der Rat sprach über die Moschee in Stachelhausen.
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Stadtrat nahm die Nachricht zur Kenntnis. CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven äußert Kritik an der Entscheidung.

Von Frank Michalczak

Die islamische Gemeinde Ditib verzichtet bei ihrem Moscheebau an der Ecke Stachelhauser-/Weststraße auf öffentliche Fördermittel, die ihr beim Stadtumbau West zugestanden hätten. Insgesamt 334 650 Euro bleiben somit beim Land Nordrhein-Westfalen. Diese Nachricht übermittelte Baudezernent Peter Heinze am Donnerstagabend Politikern des Stadtrates.

Damit dürfte der Verein auch von seinem Konzept abrücken, eine Begegnungsstätte für alle Religionen zu schaffen. Das war die Voraussetzung für die Zuschüsse bei der Gestaltung des Außenbereichs. Vorgesehen war ein öffentlicher Zutritt zum Innenhof der Moschee. Auch im vorderen Bereich sollte es eine Stätte der Begegnung geben.

Oberbürgermeister steht in Kontakt mit dem Verein

OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) zeigt sich darüber überrascht, dass der Vorstand des Vereins so entschieden hat. Mit ihm stehe er in Kontakt. „Ich habe aber ein gewisses Verständnis dafür, dass es für den Innenhof veränderte Pläne gibt. Denn Publikumsverkehr und die Belange eines Gotteshauses dort zu vereinen, könnte schwierig sein.“ Im Innenhof sollte es Sitzgelegenheiten, Bäume, Wasserspiel und Bewirtung geben. Bedauerlich findet es der OB, dass auf dem Vorplatz des Gebäudes die ursprünglichen Absichten wohl auch nicht mehr weiterverfolgt werden. Dieser sollte ebenfalls einen offenen und öffentlichen Charakter erhalten.

Deutliche Worte findet der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven bei diesem Thema. „Offensichtlich will die Ditib-Gemeinde nicht, dass der Innenhof zu einer Begegnungsstätte von Muslimen, Christen, Juden, den Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften, von Atheisten und Agnostikern wird. Damit wird eine große Chance auf Begegnung und Integration vertan.“ Wer diese Integration verweigere, liege auf der Hand: „Es ist nicht das Land NRW, es ist nicht die Verwaltung, es ist nicht die Politik, es sind nicht die Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatstadt, es ist einzig und allein Ditib“, so Nettekoven. Ditib-Mitglied Fatih Temizer hatte 2017 im RGA-Gespräch betont: „Die Moschee wird mit oder ohne Förderung für alle offen stehen. Man muss sich nur an die Hausregeln halten.“

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