Türkisch-islamische Gemeinde

Prächtige Moschee lädt Remscheider zum Besuch ein

Blick auf den Gebetsraum der Männer von der Empore, wo die Frauen beten. Fotos: Roland Keusch
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Blick auf den Gebetsraum der Männer von der Empore, wo die Frauen beten.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. Bildung wird großgeschrieben.

Remscheid. Fast ein halbes Jahr kletterten die Spezialisten vor über vier Jahren im Gebetsraum auf Gerüsten in die Höhe. Die aus der Türkei eingeflogenen Künstler und Kalligraphen sorgten mit ihren Malereien, Verzierungen und Schriftzeichen für einen imposanten Blick in die Kuppel mit ihrem Durchmesser von 8,50 Meter, von derem höchsten Punkt das Gestänge für den goldenen Kronleuchter mit exakt hundert Strahlern hängt. Am 22. Oktober wurde die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde nach jahrelangen Verzögerungen eingeweiht. Nun steht das neue Zentrum der Ditib auch der Öffentlichkeit offen.

Wer sich das Millionen-Objekt anschaut, wird an seinem Mittelpunkt, dem prachtvoll geschmückten, mit rotem Teppich ausgelegten Innenraum mit seiner Gebetsnische und den beiden Kanzeln länger ehrfürchtig verweilen. Beim Freitagsgebet mit Imam Kerim Koç, der als Vorbeter für fünf Jahre aus der Türkei entsandt ist, finden hier ohne Covid-Beschränkungen mehrere Hundert Gläubige Platz. Unten auf 350 Quadratmetern wie oben auf der Empore, wo – getrennt durch Milchglasgeländer – die Frauen beten. Die Pracht beeindruckt bis ins Detail.

Wir haben viel vor. Das Konzept für 2022 ist umfangreich.

Metin Göcer, Ditib-Vorsitzender

Architektonisch ist den Muslimen ein großer Wurf geglückt. Den soll sich jeder Remscheider gerne anschauen. Die Moschee soll zum Treffpunkt für die ganze Bevölkerung werden. „Nicht nur am Tag der offenen Tür“, ermuntert Metin Göcer zum Reinschauen.

Zwei aus dem Ditib-Vorstand: Vorsitzender Metin Göcer (l.) und Celebi Akdemir, „Hausmeister“ der Moschee.

Der 56-Jährige ist gerade von der Versammlung der 572 Mitglieder zählenden Gemeinde für weitere drei Jahre als Vorsitzender bestätigt worden. Im neunköpfigen Ortsvorstand hat er Türkan Akdemir und Erol Kazanci als Stellvertreter an seiner Seite. Auf die Führung kommen nun entspanntere Zeiten zu. Als Göcer die Verantwortung übernahm, ging er davon aus, das Bauwerk, das äußerlich durch seinen Minarettturm, die Kuppel und den schwarzen Kaaba-Quader auffällt, 2019 eröffnen zu können. „Aus finanziellen Gründen hatten wir dann aber fast zwei Jahre Stillstand.“ Corona tat ein Übriges.

Ohne Unterstützung und weitere Spenden von Muslimen bundesweit wäre auch die Kostenexplosion auf sechs Millionen Euro nicht aufzufangen gewesen. Am Ende stand das Doppelte der vor siebeneinhalb Jahren veranschlagten Summe. „Dabei sind wir sorgfältig mit dem Geld umgegangen. Wir haben das Nötigste gemacht, uns immer bemüht, den günstigsten Weg zu wählen“, versichert Göcer.

Vorbeter Kerim Koç mit Gläubigen im Gebetsraum. Der Iman ist für fünf Jahre aus der Türkei entsandt.

Dennoch ging zwischenzeitlich die Luft aus und der Druck des Kreditgebers, der Stadtsparkasse wuchs. Die laufenden Kosten für die neue Ditib-Heimat liegen bei rund 20.000 Euro monatlich – inklusive der Raten, die abgebaut werden müssen. Der Ditib-Vorstand geht davon aus, dass dies mit vereinten Kräften der Gemeinde machbar ist. Die hat an der Ecke West-/Stachelhauser Straße nun ein repräsentatives Zentrum auf vier Ebenen.

Die Tiefgarage bietet Platz für 36 Fahrzeuge. Darüber befinden sich die große Küche, ein Aufenthaltsraum, Waschraum für Männer, ein Veranstaltungssaal für 199 Personen mit Bühne und Technik. Einmal im Monat soll es mittwochs je ein Frühstück und Kaffeetrinken für Frauen geben, immer dienstags wird türkische Ravioli gekocht, freitags türkische Pizza. Im Ramadan soll die Küche, die von Vildan Ataç und Türkan Akdemir geleitet wird, bis zu 300 Gäste bewirten. Auch zahlreiche Veranstaltungen sollen in der Moschee stattfinden.

Lüster unter der Kuppel: Prunk, der aus der Türkei importiert wurde.

„Wir haben viel vor. Das Konzept für 2022 ist umfangreich“, erklärt Metin Göcer. Vorträge und Seminare sollen in die Räumlichkeiten geholt werden. Bildung wird großgeschrieben. Es soll zum Beispiel Hausaufgaben-Hilfe geben, Unterstützung bei der Berufsbildung, Kurse für Saz, Nähen und Sprache.

„Gerade für Jugendliche wollen wir sehr viel tun“, betont Göcer. Dies nicht nur in der Koranschule am Wochenende, in denen Mädchen und Jungen auf freiwilliger Basis getrennt in sechs Klassenräumen unterrichtet werden. Auch ein Spielzimmer für die Kleinen ist vorhanden. Wichtig war der Ditib, dass im Herzen Remscheids eine moderne Moschee entsteht. An dieser soll die Stadt teilhaben. So gehört es zum Konzept dazu, dass der Veranstaltungssaal vermietet wird, bei Bedarf mit Catering.

Führung durch die Ditib-Moschee

Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
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Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt.
Die Ditib-Gemeinde hat auf vier Etagen eine moderne Heimat gefunden, die keine Wünsche offen lässt. © Roland Keusch

Das fehlt noch

Geplant sind für die Moschee vorne auf dem Außenparkplatz mehrere Ladestationen für E-Autos, auf der großen Terrasse im Innenhof wird ein Wasserbrunnen aufgestellt werden, und auf dem Dach des Gebäudes soll es eine Photovoltaik-Anlage geben. Die dafür veranschlagten knapp 100.000 Euro sollen nach einem Aufruf an die Mitglieder aufgebracht werden.

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