Diskriminierung ist immer noch Alltag

Bürgerrechtlerin Fatima Hartmann begrüßte die Zuhörer im Pferdestall in Romanes, der Sprache der Sinti und Roma. Foto: Doro Siewert
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Bürgerrechtlerin Fatima Hartmann begrüßte die Zuhörer im Pferdestall in Romanes, der Sprache der Sinti und Roma.

Situation der Sinti und Roma in Deutschland

Von Peter Klohs

Die derzeitige Situation der Sinti und Roma in Deutschland stand gestern in der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall im Fokus. Gezeigt wurde der Film „Phral mende – Wir über uns“, zudem gab es Gespräche und kleine Fragerunden. Rund 40 Besucher, unter ihnen Schülerinnen und Schüler, waren zur Veranstaltung in Kooperation mit dem Caritasverband Remscheid, die Teil der bundesweiten Interkulturellen Woche ist, gekommen.

Bürgerrechtlerin Fatima Hartmann begrüßte die Gäste in Romanes, der Sprache der Sinti und Roma. In kurzweiligen Fragerunden erfuhren die Gäste Überraschendes: Dass heute noch etwa zwölf Millionen Sinti und Roma leben („Hauptsächlich in Osteuropa.“), dass der Antiziganismus seit mehr als 500 Jahren praktiziert wird und dass selbst im Comic „Asterix und Obelix in Spanien“ die Geschichte der Sinti und Roma Thema ist. Die Benachteiligung, Diskriminierung dieser Menschen ist auch heute in Deutschland noch spürbar, konstatierte Hartmann. So bei der Wohnungssuche, in Gaststätten und Restaurants sowie in schulischen Bereichen. „Dabei ist das nach dem Grundgesetz, Artikel 3, Satz 3 verboten. Niemand soll wegen seiner Abstammung benachteiligt werden.“

Der Film der Regisseurin Tayo Awosusi-Onutor, die selbst Sintizza ist, begann mit einer Frage: „Wir werden nicht gefragt, wenn es um uns geht. Warum nicht?“ Zu Wort kam die Bürgerrechtlerin Anita Awasusi, die tätig geworden ist, als sie feststellte, dass Rassismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Und die Lehrerin Hajdi Barz berichtete, dass Diskriminierung der Sinti-und-Roma-Kinder in der Schule Alltag sei. „Ein Schutzraum Schule wäre schön, ein Ort, an dem die Kinder keine Angst haben müssen“, sagte sie.

Die Schülerin Ceija Stoika fasste ihre Situation so zusammen: „Es ist teilweise so, als wäre es ein Verbrechen, eine Roma zu sein.“

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