Historisches Foto

Um welche Gasse handelt es sich?

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In welchem Ortsteil diese winterlichen Impressionen entstanden sind, lässt sich unschwer erraten. Doch um welche Gasse genau handelt es sich auf unserem historischen Foto?

RGA-Rätselfoto zeigte die Vömix-Siedlung mit Blick auf die Reihenhäuser an der Magdeburger Straße – Ende der 50er Jahre für Flüchtlinge errichtet.

Von Andreas Weber

Südbezirk 46 Jahre lebte Christel Leih mit ihrem Mann in der Siedlung Vömix (Vöpelswiese/Mixsiepen). Im RGA erinnert sich die 85-Jährige nach dem Anblick des Rätselfotos: „Als wir 1960 ein Eigentum in der Leipziger Straße für 42 000 Mark erworben haben, waren die Eltern entsetzt. Wie konnte man sich nur verschulden?“, schreibt die RGA-Leserin.

Ein für Ende der 59er-Jahre Verhältnisse ungewöhnlicher Baustil: die verschachtelten Reihenhäuser in der Magdeburger Straße.

„Wir sind aber unseren Weg gegangen und waren so stolz auf das Eigentum mit einem rosa gekachelten Badezimmer und Terrasse - welcher Luxus.“ Nach der Geburt der zweiten Tochter kauften die Leihs ein größeres Haus in der Magdeburger Straße. „Dort erlebten wir eine erfüllte Zeit mit tollen Momenten. Spielplatz und Wald in der Nähe wurden zum Tummelplatz. 2009, im Jahr unserer Goldhochzeit, erkrankte mein Mann.“ Die Pflege gestaltete sich später so schwierig, dass er seit 2014 in einem Heim betreut wird. Christel Leih nahm deshalb Abschied von ihrem lieb gewordenen Eigentum.

Die Siedlung ist auch dem Lenneper Alexander Schmidt vertraut. „Das Bild zeigt die obere Magdeburger Straße. In Hausnummer 23, dem zweiten Haus von rechts, habe ich zehn Jahre mit meinen Eltern gelebt.“ Günter Hantke denkt beim Anblick der Siedlung an einen Handwerksbetrieb:

Nach dem Krieg ein städtebauliches Vorzeigeprojekt: die Siedlung Vömix. Im Schatten der Hochhäuser gibt es die vielen flachen Reihenhäuser bis heute.

„Die Lenneper Firma Wender und Dürholt hat dort die Fenster hergestellt und eingebaut.“ Wolfgang Hoffmann, heute in Rade beheimatet, ist dort groß geworden: „Im Vordergrund zu sehen sind die Reihenhäuser Breslauer Straße 10, 12 und 14. Bei dem mittleren handelt es sich um mein Elternhaus, in dem ich fast 20 Jahre gewohnt habe.“ 

Das Rätselfoto weckte Erinnerungen an eine schöne Kindheit. „Es war zeitweise tatsächlich wie in einer Ferienhausanlage“, meint Hoffmann. Richtig erkannt hat es auch Holger Bitzer: „Das Bild entstand nicht weit entfernt von der Hauptschule Bökerhöhe, die der RGA in der Woche davor gezeigt hat.“ Den verschachtelten, weißen Häusern in der Magdeburger Straße attestiert Bitzer einen „interessanten Baustil mit den Eingängen von beiden Seiten“. Thorsten Wolff schreibt, dass die Siedlung Ende der 50er-Jahre errichtet wurde, zunächst für Flüchtlinge. „Die Straßennamen zeugen von dem regionalen Bezug: Dresdner-, Sensburger-, Stettiner Straße.“ 

Den Namen Mixsiepen erklärt Wolff: „Ursprünglich im 14. Jahrhundert als ‘Auf’m Eicksiepen’ erwähnt, wandelte es sich im Laufe der Jahrhunderte zu ‘Auf’m Ikssiepen’, dann zu ‘Zum Eixsiepen’ oder mundartlich zu ‘Im I’eksiepen’. Durch Zusammenziehen ergab sich ‘Mi’ecksiepen’, schließlich ‘Mixsiepen’.“ Die Anekdote von einem besonderen Hörgenuss für den Mixsiepen fügt er hinzu: „In diesem Jahr hatte Patrick Hernandez einen Hit mit ‘Born to be alive’. Lehrer und Schüler der Hauptschule Bökerhöhe fanden das Lied wohl so gut, dass sie die Pausen mit dem Discohit begleiteten. Zum Anfang und Ende schallte „Born to be alive“ über den ganzen Mixsiepen und Vömix und war weithin zu hören.“ 

Heinz-Jürgen Schmitz teilt mit: „Die Siedlung ist in mehreren Bauetappen bis 1961 entstanden. Man benötigte in den Anfängen der 50er Jahre neuen Wohnraum für die vielen Menschen, die Remscheid als zweite Heimat fanden.“ Weitere richtige Einsendungen schickten Volker Hebda, Ulrich Hager, Helmut Schucht.

Neues Rätsel

In welchem Ortsteil diese winterlichen Impressionen entstanden sind, lässt sich unschwer erraten. Doch um welche Gasse genau handelt es sich auf unserem historischen Foto? Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 11. Februar, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten angereichert, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. redaktion@rga-online.de

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