Sana-Klinkum startet Veranstaltungsreihe

Remscheider Pflegetag: Digitalisierung löst nicht alle Probleme, aber sie hilft

Podiumsdiskussion zum Abschluss mit Christian Jonda, Zeynep Timur, Svenja Ehlers, Jasmin Shmalia und Helene Maucher (v.l.).
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Podiumsdiskussion zum Abschluss mit Christian Jonda, Zeynep Timur, Svenja Ehlers, Jasmin Shmalia und Helene Maucher (v.l.).

Zum Abschluss des ersten Remscheider Pflegetages gab es im Sana-Klinikum eine Podiumsdiskussion.

Von Sabine Naber

Remscheid. Es soll der Auftakt zu einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe werden - und dazu beitragen, die „Zukunft der Pflege“ zu gestalten, wie es im Titel hieß: Am Samstag lud das Sana-Klinikum zum ersten Remscheider Pflegetag ein. Praktiker aus dem stationären und ambulanten Pflege sowie Teilnehmer aus dem Klinikumfeld und der Pflegewissenschaft kamen an der Burger Straße zusammen, um sich auszutauschen - und nach Lösungen zu suchen.

Wie zum Beispiel der Digitalisierung, die längst nicht nur in der Dokumentation, sondern auch in pflegerischen Prozessen Einzug hält. Das könne zwar nicht alle Probleme lösen, aber Pflegende entscheidend entlasten, sagt Sana-Pflegedirektorin Jasmin Shmalia: „Vielleicht müssen wir uns von alten Zöpfen trennen, beispielsweise im Bereich der Arbeitszeiten kreativer denken.“ Eine notwendige Veränderung, wie Christian Jonda, Pflegepädagoge im Bildungszentrum, meint: „Ich begreife die Dinge als Herausforderung, nicht als Bedrohung.“

Zum Abschluss der ganztägigen Veranstaltung gab es eine Podiumsdiskussion, auch und vor allem mit dem Ziel, Konzepte aus der Theorie in die Praxis übertragen zu können. „Wir brauchen eine klare Vision, müssen Weichen stellen in der Digitalisierung, Mitarbeitende integrieren, damit sie Verantwortung übernehmen können“, fasste es Helene Maucher, Leitung Unternehmensstrategie Pflege der Sana Kliniken AG, zusammen. Maucher, die 2018 als „Pflegemanagerin des Jahres“ ausgezeichnet wurde und Mit-Herausgeberin des Buches „Digitalisierung in der Pflege“ ist, betonte aber auch den menschlichen Aspekt des Berufes: Pflege auf Augenhöhe sei nach wie vor wichtig. Mit den Patienten und die Ärzten.

Ein Aspekt, auf den auch Svenja Ehlers, Geschäftsführerin des Remscheider Krankenhauses einging: „Mut, Kreativität und ein tolles Team, das sind die Grundvoraussetzungen“, sagte sie. „Und die Haltungsfrage ist ganz entscheidend.“ Es gehe darum, gute Arbeitsbedingungen in der Pflege zu schaffen. „Das geht nur gemeinsam.“

Der erste Remscheider Pflegetag mit seinen vielfältigen Themen von der Gewinnung ausländischer Pflegekräfte bis zur Vorstellung des Demenz-Projekt Dröppelminna sei „ein guter Aufschlag, die Dynamik zu halten“ gewesen, so Ehlers: „Wir müssen dranbleiben.“ Was man auf jeden Fall tun werde, wie Pflegedirektorin Jasmin Shmalia versprach:„Im kommenden Jahr wird der Premiere ein zweiter Pflegetag folgen.“

Standpunkt von Sven Schlickowey: Besser als klatschen

sven.schlickowey@rga.de

Ganz Deutschland hat Nachholbedarf bei der Digitalisierung, das geht auch der Pflege nicht anderes. Alles, was ein Computer dem Menschen abnimmt, was auf den Tablet schneller und einfacher geht als auf Papier, was hilft, zuverlässiger und genauer zu planen, ohne sich stundenlang damit zu beschäftigen, entlastet die Menschen, ohne die unser Gesundheitssystem nicht funktioniert. Und die dringend entlastet werden müssen.

Allerdings verlangt das einen Kulturwandel, der gerade in der Pflege, einem Bereich, in dem das Zwischenmenschliche eine besonders hohe Bedeutung hat, nicht einfach wird. Übrigens auch bei den Patienten, die sich auf ein Handheld statt eines Klemmbretts und eine Mail statt eines Stück Papier einlassen müssen.

Gerade am Anfang sicherlich ungewohnt. Aber bestimmt deutlich effektiver als abends auf dem Balkon zu stehen und zu klatschen.

Versorgung für Patienten soll in Remscheid nicht schlechter werden

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