Straßenname

Auf diesem Berg gab es einst einen reichen Hülsenbestand

Die von der Dreherstraße in Lüttringhausen abzweigende Straße Großhülsberg lag ursprünglich auf dem Gebiet der Stadtgemeinde Ronsdorf (Groß- und Kleinhülsberg).
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Die von der Dreherstraße in Lüttringhausen abzweigende Straße Großhülsberg lag ursprünglich auf dem Gebiet der Stadtgemeinde Ronsdorf (Groß- und Kleinhülsberg).

Stechpalmen waren sehr begehrt und wurden exportiert.

Die von der Dreherstraße in Lüttringhausen abzweigende Straße Großhülsberg lag ursprünglich auf dem Gebiet der Stadtgemeinde Ronsdorf (Groß- und Kleinhülsberg). Im Rahmen eines Gebietsaustausches zwischen Ronsdorf und Lüttringhausen fiel Klein-Hülsberg mit 18 Einwohnern im Juli 1900 an Lüttringhausen. Von Großhülsberg ist in der entsprechenden Verfügung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf nicht die Rede, stellte Stadtarchivarin Viola Meike bei ihren Recherchen fest.

Im Lüttringhauser Adressbuch taucht ab der Grenzregulierung im folgenden Jahr (1901) der Wohnplatz „Hülsberg“ mit drei Häusern auf. Diese Bezeichnung hielt sich bis zur Gebietsreform 1929. Nach der Eingemeindung von Lüttringhausen nach Remscheid hieß die Straße „Groß-Hülsberg“ und umfasste nun, ausweislich des Adressbuchs von 1935, neun Wohnhäuser.

Der Heimatforscher Wilhelm Engels vermerkt in seinem Aufsatz über die alten Siedlungs- und Flurnamen im Bereich des Stadtkreises Remscheid, dass der Name ab 1547 auftaucht als „pipers hulsbergh“, „Witten hulsbergh“ und „Noltzen hulsbergh“. Erwin E. Stursberg datiert die erste Erwähnung auf einen noch früheren Zeitpunkt, auf 1471. In einer entsprechenden Urkunde findet sich der Eintrag: „Niederste Hulsbergh, jetzo Hamman Kipelman, Peter Platte und Andreßen Hulsberghs gut geben auff Ostern - 1 Pfundt“ (gemeint ist Wachszins).

Der Name verweist auf einen Berg mit reichem Hülsenbestand (Hülse = Stechpalme oder Ilex). Im frühen 20. Jahrhundert wurden Hülsenzweige wagenladungsweise aus dem Bergischen Land exportiert. Zum Beispiel nutzte man die stacheligen Äste früher gerne als Besen zum Kaminkehren. Aber auch das harte Holz war begehrt, es fand Verwendung als Messerfurnier, Hammerstiel oder Spazierstock.

Auch Goethes Wanderstock war aus Stechpalmenholz gefertigt. Unter anderem wegen der hohen Exportmengen stand die Hülse 1963 unter Naturschutz. Schon die alten Germanen verehrten die Hülse, sie schmückten Haus und Stall mit den Zweigen, um gute Geister und Feen anzulocken. Sie nannten die Hülse „Hulis“, was soviel bedeutet wie „Wald“ oder „Dunkel“. Im Englischen entwickelte sich daraus das Wort „Holly“. Auch der Name der Stadt Hollywood bedeutet übersetzt nichts anderes als „Stechpalmenwald“. 1886 erhielt Hollywood seinen Namen von der Familie Whitley. In Großbritannien und Amerika ist die Stechpalme „Holly“ das Weihnachtssymbol überhaupt. Die Weihnachtsgeschichte des Ilex reicht sogar länger zurück als die unseres Weihnachtsbaums. Auch bis heute hält sich der Aberglaube, dass der Ilex vor Dämonen und Blitzeinschlägen schützen soll. -AWe-

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