Teo Otto Theater

Komödie „Die große Freiheit“ kam belanglos daher

Unter den 25 Songs des Abends waren zum Glück auch einige Ohrwürmer dabei. Sie sorgten für Stimmung. 

Die Komödie „Die große Freiheit“ von Dietmar Loeffler kam im Teo Otto Theater eher belanglos daher.

Von Sabine Naber

Mit der musikalischen Komödie „Die große Freiheit“ – Buch und Regie Dietmar Loeffler – nahm das imaginäre Kreuzfahrtschiff „MS Ocean“ am Mittwochabend Kurs auf Remscheid. Und versprach den Besuchern im Teo Otto Theater ein „turbulentes Abenteuer auf hoher See – berührend und komisch“.

Klamauk im Teo Otto Theater? Der hätte besser auf eine Kleinkunstbühne gepasst. Die wäre auch für die überschaubare Zahl von Zuschauern an diesem Theaterabend durchaus ausreichend gewesen. Denn dieser belanglose, sehr schlichte Handlungsrahmen bot keine „turbulenten Abenteuer“ und war alles andere als „berührend“.

Auf der Bühne eine Reling, an der ein rot-weißer Rettungsring baumelte. Stufen führten hinab in die Ocean-Bar, in der sich die Passagiere des Kreuzfahrtriesen von den Ocean-Brothers Rolf (Felix Oliver Schepp) und Jonny (Tommaso Cacciapuoti) unterhalten lassen können. Bevor das schwimmende Hotel aber ablegt, wollen die Brüder musikalisch noch nach Südamerika gehen. Das taten sie dann mit Liedern, in denen es hieß: „Unter den Zypressen, da hab ich mich vergessen“ oder auch „Kapitän, wir wollen leben, wir sind ja noch so jung“. Gut, dass zu den 25 Songs, die Loeffler für „Die Große Freiheit“ geschrieben oder zumindest neu arrangiert hatte, im Laufe der knapp zweistündigen Aufführung auch noch Ohrwürmer wie „Don’t Let Me Be Misunderstood“ oder auch „Aïcha“ zählten.

Schifferklavier kommt nur ganz kurz zum Einsatz

Und darum ging es: Die Ocean-Brothers – beide tragen blaue Anzüge, weiße Hemden, Krawatte – bereisen seit fünf Jahren mit ihrem Programm die Weltmeere. Unterstützt werden sie dabei von der quirligen Sicherheitsexpertin Kati Birmbichler aus Tirol (Sandra-Maria Schoener), die den Barbesuchern mit Blick auf ein eventuelles Schiffsunglück den guten Tipp gibt: „Springt’s nicht über Bord. Oder aufs Trampolin.“

TEO OTTO THEATER

NÄCHSTE TERMINE Weiter geht es im Teo Otto Theater mit dem Landestheater Burghofbühne, das am Dienstag, 13. März, um 19.30 Uhr mit der Komödie „Die Känguru-Chroniken“ nach dem Kultbuch von Marc-Uwe Kling nach Remscheid kommt. Einen Tag später, am Mittwoch, 14. März, steht um 19.30 Uhr das „3. Meisterkonzert“ mit dem „Calidore String Quartett“, einem preisgekrönten, jungen amerikanischen Streichquartett aus Kalifornien, auf dem Programm.

Doch für den neuen Kreuzfahrt-Direktor ist ihr Programm nicht mehr zeitgemäß. Zu wenig Orient für die zahlungskräftigen Passagiere. Und so soll auf der Fahrt von Athen nach Lissabon, beim Zwischenstopp auf Sizilien, eigentlich Endstation für die Brüder sein. Als die Koffer gepackt und sie sich ziemlich sicher sind, dass sie die kommenden Nächte im Stockbett bei Rolfs Oma in Unna verbringen müssen, kommt die Rettung. Eine verschleierte, sichtlich verängstigte Frau taucht auf. Ein paar Brocken Englisch kriegt sie raus, dann aber fängt sie mit glockenklarer Stimme an zu singen. Das erwartet man ja auch von einer, gerade vor dem Horror des Krieges in ihrem Heimatland übers Mittelmeer geflüchteten Araberin, die sich als blinder Passagier auf das Kreuzfahrtschiff gerettet hat.

Wie sie das geschafft hat? Das wollen die Ocean-Brothers, die sie flugs in ihr Programm integrieren, gar nicht wissen. Aus dem Duo wird ein Trio. Gesanglich, mal Englisch, mal Arabisch, klappt das wunderbar. Und auch der spanische Kapitän José Martinez (Tommasso Cacciapuoti) fragt nicht lange, wo die Dame herkommt – und hat mit ihr offensichtlich ganz andere Pläne im Kopf. . .

„Ich finde das heute Abend hier nicht prickelnd. Ich hatte mir mehr Revue, alles lebhafter und stimmungsvoller erhofft. Aber es ist einfach nur langweilig“, sagte Margarete Röntgen, die bis zur Pause auch ein Akkordeon – „das gehört doch zu einem Schiff – vermisst hatte.

Im zweiten Teil wurde mit einem kleinen Schifferklavier gefühlte zwei Minuten gespielt. Ihre Freundin Ilse Schulz war ebenfalls nicht begeistert, fand aber noch etwas Gutes an diesem Abend: „Wir haben schon mal Schlechteres gesehen.“

„Lustig und amüsant“, so sah Sieglinde Uebbing den Theaterabend. Die Sketche seien gut und die Stimmen auch. „So eine Kreuzfahrt würde ich auch gerne einmal machen“, konnte sich Hannelore Bernecker für diese Art des Reisens begeistern.

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