Baumgeschichte

Diese Konifere wächst einfach immer weiter

1985 war sie noch 70 Zentimeter groß, nun überragt die Konifere das Haus am Rather Kopf. Foto: Baumgarten
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1985 war sie noch 70 Zentimeter groß, nun überragt die Konifere das Haus am Rather Kopf.

Ehepaar erzählt von seinem Lieblingsbaum

Remscheid. Als Gerlinde und Werner Baumgarten 1985 zum Einzug in ihr neues Eigenheim am Rather Kopf eine Konifere geschenkt bekamen, war sie gerade mal 70 Zentimer groß. „Ohne zu wissen, um welche Art von Konifere es sich handelt, wurde er gepflanzt. Wir hinterfragten auch nicht, wie hoch und wie breit er werden kann. Er war ja so niedlich, und auf 32 Meter Grundstücksgrenze passt einiges hin“, erzählt Gerlinde Baumgarten.

Mit den Jahren wuchs die Konifere immer schneller als alle anderen Bäume in ihrer Umgebung. „Er zog alle Nahrung für sein rasantes Wachstum aus dem Boden. Und so mickerte in seinem Umfeld alles dahin.“ Inzwischen steht der stattliche Baum solitär, hat einen Stammumfang von 1,49 Metern und ist einige Meter höher als der Giebel des Hauses. Dort sorgt er für Schatten auf der Wand, wenn die Sonne ab spätem Mittag herumkommt, bis sie untergeht. Dadurch sei zwar der Ausblick zum Hasten und weiter bis Cronenberg verwehrt, dafür können Gerlinde und Werner Baumgarten aber die Meisen im Geäst beobachten, wie sie auf der Suche nach Insekten emsig umherhüpfen.

Elstern, Raben und andere Vögel säßen gerne auf den Zweigen. „Der Amselhahn, der in unserem Garten wohnt, saß vor Jahren auf unserem Giebel und sang. Seit der Baum den höchsten Punkt in seinem Revier bildet, sitzt er in dessen Spitze und verkündet mit seinem Gesang, wer hier der Herr ist“, erzählt Gerlinde Baumgarten. Seit neuestem versuchten auch Tauben dort zu nisten. Das sei allerdings zum Scheitern verurteilt, weil der Baum bei Sturm ordentlich durchgeschüttelt werde.

Die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre setzt dem Lieblingsbaum der Baumgartens zu. „Und obwohl wir den Baum gießen, hat er vergangenes Jahr zwei starke Äste eingebüßt.“ Um keine Überraschung zu erleben, hatte das Ehepaar einen Baumexperten zurate gezogen. Ob der Baum auf Nachbarhäuser stürzen könnte? Der Mann habe darin keine Gefahr gesehen.

Auf die Frage, wann die Konifere aufhöre zu wachsen, war seine Antwort: gar nicht. Ob es etwa ein Mammutbaum ist? „Egal, wir finden, er ist nicht nur der Höchste, sondern auch der Schönste in unserer Siedlung. Und das, obwohl er ab Herbst bis zum Neuaustrieb seine braun gewordenen ,Blätter‘ und Totholz abstößt, was sehr viel Arbeit macht, aber wir möchten ihn nicht missen.“ mw

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melissa.wienzek@rga.de

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