Klausurtagung

Diese Ideen hat die CDU für Remscheid

Werden Autos aus der Altstadt verschwinden? Ein Stadtteilentwicklungskonzept soll diese Frage beantworten.
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Werden Autos aus der Altstadt verschwinden?
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Im sauerländischen Schmallenberg trafen sich die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion, um bei einer Klausurtagung über Remscheider Themen zu diskutieren.

Remscheid. Unter anderem nahmen sie am Wochenende Lennep in den Blick, wie der Vorsitzende Markus Kötter berichtet. Ergebnis: Eine neue Veranstaltungsfläche soll die bisherige auf der Robert-Schumacher-Straße ersetzen – etwa für Oktoberfeste oder Karnevalsfeten. Zudem bringen die Christdemokraten ein temporäres Fahrverbot in der Altstadt ins Gespräch. Und: Insgesamt müsse das Stadtmarketing neu aufgestellt werden. „Wir werden dazu Anfragen und Anträge stellen“, kündigt Kötter mit Blick auf Debatten in der Kommunalpolitik an.

Markus Kötter beschreibt CDU-Ideen.

Es habe sich gezeigt, dass die Vereine mit der Veranstaltungsfläche am Lenneper Bahnhof unzufrieden sind. Eine neue Partymeile könne auf den Grundstücken entstehen, die dem Designer Outlet Center vorbehalten waren. „Platz gibt es dort doch genug“, erklärt der CDU-Fraktionschef, der darin einen weiteren Vorteil sieht. Denn: Es gibt Überlegungen, den unteren Abschnitt der Kölner Straße bei der geplanten Umgestaltung in eine Einbahnstraße zu verwandeln. Der Verkehr würde in diesem Fall über die Robert-Schumacher-Straße geleitet. Schwierig wird dies aber, wenn es bei Volksfesten dort zu Sperrungen kommt. Auch vor diesem Hintergrund will die CDU den Vereinen einen neuen Raum geben. Der FC Remscheid soll derweil sein Stadion behalten. „Wir würden dem Verein jedenfalls keine Steine in den Weg rollen“, betont Kötter, der aber darauf hinweist, dass der Club Sponsorengeld benötige. „Aber in anderen Städten funktioniert das doch auch.“

Der Vorschlag der Linkspartei, zum Thema Straßenverkehr in der Altstadt eine Lennep-Konferenz einzuberufen, stoße auf Zustimmung bei der CDU. Bei der Frage, ob Autos aus dem historischen Stadtkern verbannt werden sollen, müssten Anwohner und Geschäftsleute beteiligt werden. Dabei bringt die Ratsfraktion einen Kompromiss in die Debatte ein. „Vielleicht lässt sich ja ein temporäres Fahrverbot realisieren – etwa am Samstagabend und sonntags.“ Die Geschäfte hätten dann geschlossen. „Und die Gaststätten bekämen mehr Platz für Außengastronomie“, verweist er darauf, dass Parkraum dann anderweitig genutzt werden könnte.

CDU mahnt mehr Service bei der Verwaltung an.

Auch das Stadtmarketing nahm die CDU ins Visier, wie der Fraktionschef berichtet. Es gelte, ein Leitbild zu entwickeln, mit welchen Inhalten und Schwerpunkten Remscheid für sich werben will. Zudem müssten Vereine und Marketingräte stärker von der Stadtverwaltung unterstützt werden, wenn sie Feste oder sonstige Veranstaltungen planen. Immer höheren Auflagen sollten durch mehr Service begegnet werden.

Standpunkt von Frank Michalczak: Heiße Eisen bei der CDU

frank.michalczak@rga.de

Es sind durchaus heiße Eisen, mit denen sich die Christdemokraten bei ihrer Klausurtagung beschäftigten – von einer neuen Veranstaltungsfläche für die Vereine, die aus Sicht der CDU nicht mehr dazu gezwungen sein sollen, ihr Festzelt auf der Robert-Schumacher-Straße aufzustellen, bis hin zum Für und Wider einer autofreien Altstadt in Lennep. Dabei weiß CDU-Fraktionschef Markus Kötter, der auch Bezirksbürgermeister ist, nur zu gut, dass es die Ortspolitik in der Gemengelage unterschiedlicher Interessen nicht jedem Recht machen kann.

Es kann da nur Kompromisse geben. Und eine autofreie Altstadt am Wochenende wäre eine Lösung, die sowohl den Einzelhändlern als auch den Gastronomen Vorteile verspricht. Dies wäre ganz bestimmt einen Versuch wert. Er würde das unnötige Posen in den engen Gassen der Altstadt beenden, bei dem edle Karossen dem abgeneigten Publikum vorgeführt werden. Wenigstens am Wochenende.

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