Die Woche in Remscheid

Nach sieben Jahren ein Abriss: Das ist zu wenig

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Ab dem 11. Oktober beginnt der Abriss des Friedrich-Ebert-Platz. RGA-Redakteur Axel Richter blickt im Wochenkommentar auf den Umgang der Stadt mit dem Bauvorhaben - das bereits seit sieben Jahren besteht, bei dem sich aber noch wenig getan hat.

Remscheid. Große Worte, denen nur geringe Taten nachfolgten, haben die Remscheider aus dem Baudezernat ihrer Stadt schon einige vernommen. Mit Blick auf die Zukunft des Busbahnhofs Friedrich-Ebert-Platz scheint sich diese ungute Tradition nun fortzusetzen. Es sei denn, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und der Chef des Baudezernats Peter Heinze hätten am Montag in einem eigens angekündigten Pressegespräch mehr zu verkünden, als das, was zu Beginn dieser Woche eher durch Zufall und auf Nachfrage bekannt wurde.

Danach sollen die Remscheider ab dem 11. Oktober dem Abriss des Stadtwerke-Betriebsgebäudes auf dem Friedrich-Ebert-Platz beiwohnen dürfen. Das hätte der Auftakt des lange geplanten Umbaus des Areals sein können, ist es aber nicht. Denn damit, ließ Chefstadtplanerin Christina Kutschaty den RGA wissen, sei erst Ende 2022 zu rechnen. Hoffentlich. Vielleicht.

Zur Erinnerung: Es war das Jahr 2014, da beschloss der Stadtrat das Bauprojekt. Es folgte ein Ideenwettbewerb, an dessen Ende der Siegerbeitrag einen neu gepflastert und begrünten Platz vorsah. Dazu einen Busbahnhof mit einem geschwungenen Dach, das an einen Bumerang erinnert, außerdem sollte der Tunnel unter der Elberfelder Straße durch Fußgängerampeln ersetzt werden.

Für die Stadt besaß der zwischen fünf und sieben Millionen Euro teuere Umbau höchste Priorität, denn, so las man seinerzeit in den Planungsunterlagen: „Die Neu- und Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes ist ein wichtiger Beitrag zur Erneuerung der Innenstadt.“

Gewiss: Das Designer Outlet Center, das am Samstag erneut bei Gericht liegt, hat in den zurückliegenden Jahren in der Verwaltung viele Ressourcen gebunden. Dazu mag der Umbau komplex und kompliziert sein. Dass aber sieben Jahre nach Beschlusslage das angeblich so wichtige Projekt nicht einmal ausgeschrieben wurde, wirft dann doch die Frage auf, ob es mit der nötigen Entschlossenheit verfolgt wurde. Diese Frage stellt sich damit auch für das Gesamtprojekt. Wer die bisherigen Schritte zur Revitalisierung der Innenstadt über die Jahre verfolgt hat, konnte jedenfalls leicht den Eindruck gewinnen, dass vor allem an der Vorbereitung der nächsten Bürgerwerkstatt gearbeitet wird.

Immerhin: Nachdem auch der Bau der Terrassen für die Kneipen der Alten Bismarckstraße wiederholt verschoben wurde, sollen sie nun absehbar Form annehmen: Im Spätsommer, hieß es zuletzt aus dem Baudezernat. Hoffentlich. Vielleicht.

TOP in dieser Woche: Feuerwehr: Freiwillige leisteten Hilfe in größer Not.

FLOP in dieser Woche: Impfverweigerer: Ärzte müssen die ersten Dosen wegwerfen.

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