Die Woche

Lennep braucht Macher, keine neuen Bürgerwerkstätten

axel.richter @rga.de
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Zahlreiche Ideen - aber wer soll das Geld dafür aufwenden?

Von Axel Richter

Remscheid. In Lennep sind mal wieder die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Klingt gut, ist es aber nicht. Denn die nächste Bürgerplanungswerkstatt, die auf Initiative von Grünen, SPD und FDP im Stadtteil ihre Arbeit aufnehmen soll, um der Altstadt und der Kölner Straße neues Leben einzuhauchen, zeugt nur von der eigenen Ideen- und Ratlosigkeit.

Beides lässt sich den Mitgliedern der Bezirksvertretung nicht vorwerfen. Denn es sind nicht Politik und Verwaltung, die neue Geschäfte eröffnen und damit Leerständen schließen, die sich für ihren Standort engagieren und damit für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Es sind Geschäftsleute, die das leisten. Unternehmer und Projektentwickler, die in den Stadtteil investieren, weil sie sich gute Gewinne davon versprechen.

Die Stadt zeigte sich deshalb glücklich, als sie vor nunmehr zehn (!) Jahren das britische Unternehmen McArthur Glen für den Bau eines Designer Outlet-Centers am Standort gewinnen konnte. Doch das für 170 Millionen Euro geplante Einkaufsdorf, das auf dem Gelände des Röntgen-Stadions entstehen soll, liegt auf unbestimmte Zeit bei Gericht. Ausgang ungewiss.

Darauf wollen die Politiker nicht warten und suchen deshalb nachvollziehbar nach Alternativen. Vorschläge gab es zurückliegend aus Reihen der DOC-Gegner. Von „kleinteiligen Projekten, die in ihrer Summe tatsächlich den Einwohner*innen der Stadt zugekommen“, war die Rede. Und von „Konzepten, die im ökonomischen, umweltpolitischen und sozialen Sinne nachhaltig sind“.

Die Frage, wer die kleinteiligen Projekte und nachhaltigen Konzepte am Ende Realität werden lässt, weil er bereit ist, Geld und Arbeit hineinzustecken, ließen die Initiativbürger offen.

Die nächste Bürgerwerkstatt lässt nichts anderes erwarten. Wie schon die vielen Stadtteil- und Quartiersentwickler, Innenstadt- und Citymanager, Kümmerer, Netzwerker und Lotsen, die in Remscheid bereits vorstellig wurden, hinterließen auch die verschiedenen Runden zum Mitmachen außer bunten Bildern herzlich wenig.

Man fragt sich deshalb, welche er meint, wenn Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Grüne) „an die erfolgreichen Ideen- und Bürgerwerkstätten in Lennep“ anknüpfen möchte. Tatsächlich braucht Lennep keine neuen Einfallssammlungen die bestenfalls in Schubladen verschwinden. Lennep braucht Macher. Die aber sind weder in Sicht. Noch finden sie sich in Planungszellen, Werkstätten und anderen Gesprächsrunden.

TOP: Kostenfrei ins Freibad: Jugendliche müssen in diesem Sommer nicht zahlen.

FLOP: Upcycling an Schulen: Akkus sind brandgefährlich.

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