Winter

Remscheid hat sich an den Dauerfrost gewöhnt

Seit fast einer Woche friert es im Bergischen Land.
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Seit fast einer Woche friert es im Bergischen Land.

Seit Sonntag lagen die Temperaturen in Remscheid nicht mehr über dem Gefrierpunkt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Kälte hat das Bergische seit bald einer Woche fest im Griff. Am vergangenen Sonntag registrierte die Wetterstation Wuppertal-Buchenhofen auf der Grenze von Elberfeld zu Vohwinkel zum letzten Mal eine Maximal-Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt. Seither friert es ununterbrochen. Doch nach ein paar Startschwierigkeiten hat sich die Stadt an die niedrigen Temperaturen gewöhnt.

So laufe der Busverkehr inzwischen wieder normal, berichtet Klaus Zehrtner, Pressesprecher der Stadtwerke: „Seit der Schnee weg ist.“ Kälte per se sei nämlich kein großes Problem für die Busse – solange die Straßen nicht glatt sind. „Und das machen die TBR ja wunderbar.“ Für den ÖPNV sei es sogar hilfreich, dass die Temperaturen dauerhaft unter null bleiben, so der Pressesprecher. Wenn tagsüber nämlich nichts taut, kann nachts auch nichts frieren.

Davon profitieren auch die Technischen Betriebe. Der Winterdienst sei inzwischen deutlich weniger unterwegs, sagt TBR-Chef Michael Zirngiebl: „Nachts haben wir nur noch eine kleine Bereitschaft.“ Einige neuralgische Punkte, an denen es immer wieder zur überfrierenden Nässe kommen kann, würden noch regelmäßig angefahren. „Und es gibt immer mal wieder einzelne Bereiche, in denen wir nachräumen, zum Beispiel, weil Autos den Schnee wieder verteilen.“

„Das Betreten ist für Mensch und Tier lebensgefährlich.“

Der Wupperverband über zugefrorene Talsperren

Mit den glatten Straßen sind auch die Schwierigkeiten bei der Müllabfuhr weitgehend verschwunden. Dass die Deckel der Mülleimer anfrieren, sei kein Problem, so Zirngiebl: „Da ist die Schwerkraft auf unserer Seite.“ Drückt beim Leeren das Gewicht des Mülls auf den festgefrorenen Deckel, gibt das Eis bald nach. Problematischer sei da schon der Inhalt der Tonnen, sagt der TBR-Chef: „Wenn die Leute den Müll pressen, damit mehr reinpasst, und dabei auch feuchter Müll ist, kann der an der Tonne anfrieren.“ Und fällt dann nicht raus.

Zugefrorene Mülltonnen sind kein größeres Problem.

Mit Sorge betrachtet der Wupperverband die Dauerkälte – aus Sicherheitsgründen. Man warne ausdrücklich davor, Eisflächen auf Talsperren zu betreten, heißt es in einer Mitteilung: „Das Betreten ist für Mensch und Tier lebensgefährlich und daher strengstens verboten.“

Grund dafür sind mögliche Hohlräume unter dem Eis: „Denn im Gegensatz zu natürlichen Seen haben Talsperren einen schwankenden Wasserstand.“ Wenn sich auf einer Sperre Eis bilde, könne bei sinkendem Wasserstand zwischen dem Eis und dem Wasser ein Hohlraum entstehen. „Die Gefahr, dass die Eisfläche bricht, ist daher bei Talsperren größer als bei natürlichen Seen mit konstantem Wasserstand.“

Auf den kleineren Talsperren des Verbandes, wie zum Beispiel auf der Ronsdorfer Talsperre und der Panzertalsperre, habe sich bereits eine dünne Eisschicht gebildet, berichtet Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes. Das könnte angesichts der aktuellen Temperaturen nun auch auf den anderen Sperren passieren.

Hatten die Busse Anfang der Woche noch mit glatten Straßen zu kämpfen, rollt der Verkehr inzwischen wieder nahezu problemlos.

Vor Frost geschützt sind in ein bis zwei Metern Tiefe hingegen Wasserleitungen. Die gesamte Technik der Stadtwerke sei für sehr viel niedrigere Temperaturen ausgelegt, versichert ihr Sprecher Klaus Zehrtner. Die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas deswegen zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Und auch die TBR könnten theoretisch noch ein paar Grad weniger ertragen, sagt Michael Zirngiebl. Kritisch seien Bereiche ab -15 Grad: „Da hört so langsam die Tauwirkung des Streusalzes auf.“ Damit das zum echten Problem wird, müsse es aber sehr lange so kalt bleiben. „Und das habe ich bisher noch nicht erlebt.“

Wetterdaten

Zwischen 0 Grad in der Nacht auf Sonntag und -13 Grad am frühen Donnerstagmorgen schwankten die Temperaturen in Remscheid in den vergangenen Tagen. Dass die Straßen trotzdem frei geblieben sind, liegt vor allem daran, dass es seit Dienstag praktisch kaum noch Niederschlag und damit keinen Schneefall gab. Anhalten soll der Dauerfrost laut aktueller Vorhersagen übrigens mindestens bis Anfang kommender Woche.

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