Auftritt

Die Songs sind eine Reise durch seine Gefühls- und Gedankenwelt

Der Musiker und Schauspieler Stefan Jürgens begeisterte sein Publikum beim Konzert in der Klosterkirche. Foto: Elena Zaucke
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Der Musiker und Schauspieler Stefan Jürgens begeisterte sein Publikum beim Konzert in der Klosterkirche.

Stefan Jürgens überzeugte in Lennep als Musiker und Unterhalter.

Von Sabine Naber

Zweimal musste sein Konzert verschoben werden, am Donnerstagabend konnte der Musiker Stefan Jürgens endlich auf seiner „Was-zählt-Tour“ Station in der Klosterkirche machen. Gleich nach seinem ersten Song „Jeder gegen jeden“, indem er von der unterschwelligen Aggressivität redet, die ihm, kaum dass er aus der Tür tritt, schon entgegenschlägt und die er früher nur von Berliner Radfahrern kannte, begrüßte er die zahlreichen Gäste.

Die Hände in den Hosentaschen, saß er entspannt im Sessel und erklärte mit einem breiten Grinsen: „Ach, ist das schön. Ihr habt euch gar nicht verändert.“ 18 Monate seien seit seinem letzten Auftritt vergangen, ihm seien sie wie eine Ewigkeit vorgekommen. „Ich komme aus Unna, lebe in Berlin. Aber Herz und Leber sind im Ruhrpott geblieben“, versicherte er. Und erzählte, dass er schon mit 15 seinen ersten Song geschrieben hätte. Mit dem Titel „Ich habe mein ganzes Leben lang nach dir gesucht.“

Seine Lieder sind mal sanft, mal rhythmisch und rockig

Seine Songs sind eine Reise durch seine Gefühls- und Gedankenwelt. Er erzählt von seiner ersten Liebe, dem ersten Kuss und wünscht sich ein Zeichen von ihr, wenn sie glücklich ist. Im Song „Mein alter Tisch“ macht er deutlich, was ihm Herkunft und Erinnerungen bedeuten. Und schildert in der berührenden Ballade „Ich will nicht viel von dir“, was er sich in der Beziehung wünscht.

Seine Lieder erklingen in unterschiedlichen Genres, mal sanft und melodisch, mal rhythmisch und rockig. Ausgezeichnet begleitet er sich am Klavier, wird zwischendurch ebenso gekonnt von Ralf Kiwit mit Saxofon oder Klarinette begleitet. Seine Stimme ist kraftvoll und ausdrucksstark, seine Texte gehen einem nicht so schnell wieder aus dem Kopf. Zwar habe er sein neues Album schon 2019, also vor Corona aufgenommen, aber seine Werteskala habe sich durch die Pandemie nicht verändert.

Außerdem ist er ein großartiger Unterhalter. Versteht es, den Abend sehr persönlich und abwechslungsreich zu gestalten. Erzählt von seinen drei Töchtern, die von den jeweiligen Müttern die Intelligenz und von ihm die Hartnäckigkeit geerbt und die alle einen künstlerischen Beruf gewählt hätten. Mit Blick auf die Liebe ist er sich sicher, dass die erst nach dem Verliebtsein, also rund 18 Monate später zu einer Beziehung führe. „Und wer sein Herz öffnen will, der muss erstmal seinen Mund aufkriegen.“ Den jungen Kerlen gibt er den Tipp: „Schaut nicht so tief in euch rein. Da ist nichts.“

Manchmal sei er ganz froh, auf dem Land zu leben. „Ich bin jetzt 58, oder wie es bei Parship heißt Ende 30“, sagt er und bedauert, dass sich dort zwar alle 11 Minuten ein Single verliebt – aber eben nur einer. „Und außerdem schnarche ich. Bin also das Gegenteil von atemlos durch die Nacht“, nimmt er sich selbst immer wieder auf den Arm. Auch sei er sehr froh, endlich wieder zu zweit alleine – nur mit den anderen vier Millionen Urlaubern – auf Malle Urlaub machen zu dürfen.

Am Ende des Konzerts hörte das Publikum nicht auf, zu applaudieren. Mit „Was zählt“, dem kraftvollen Titelsong seines neuen Albums, bekommen die Gäste ihre Zugabe.

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