Alleestraße

Die Selbsthilfe in Remscheid erhält hier eine Heimat

Der Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen Remscheid um die 1. Vorsitzende Annemarie Wegerhoff (M.) richtet gerade die neue Anlaufstelle an der Alleestraße im ehemaligen „Lecker-Lecker“-Ladenlokal her. Guido Braaksma (2. v. l.) und Sabine Becker (r.) haben hier schon fleißig renoviert. Klaus Bothe und Heidi Fleischmann, Vertreter von zwei Selbsthilfegruppen, werden hier künftig beraten. Foto: Roland Keusch
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Der Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen Remscheid um die 1. Vorsitzende Annemarie Wegerhoff (M.) richtet gerade die neue Anlaufstelle an der Alleestraße im ehemaligen „Lecker-Lecker“-Ladenlokal her. Guido Braaksma (2. v. l.) und Sabine Becker (r.) haben hier schon fleißig renoviert. Klaus Bothe und Heidi Fleischmann, Vertreter von zwei Selbsthilfegruppen, werden hier künftig beraten.
  • Melissa Wienzek
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Förderkreis baut ein Ladenlokal an der Alleestraße um – Er ist auf Spenden angewiesen.

Remscheid. Er war bereits im Hotel. Im Röntgen-Museum. Im Sana-Klinikum, im Ämterhaus und zuletzt im Alloheim: Klaus Bothe ist mit seiner Skoliose-Selbsthilfegruppe für das Bergische Land in den letzten 25 Jahren so oft umgezogen wie kaum ein anderer Mieter. Nun ist der Remscheider dankbar, dass er an der Alleestraße bald eine neue, endgültige Heimat für sich und seine Betroffenen findet: Im ehemaligen Ladenlokal von „Lecker Lecker“ entsteht derzeit eine neue Anlaufstelle für die Selbsthilfegruppen, die es in Coronazeiten besonders hart trifft. Denn seit fast zwei Jahren können sie sich so gut wie gar nicht mehr treffen. Einzelne Gruppen treffen sich online. „Aber das ersetzt den persönlichen Kontakt nicht. Man möchte sich bei einem persönlichen Gespräch auch in die Augen schauen“, sagt Annemarie Wegerhoff. Sie ist 1. Vorsitzende des Förderkreises für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen (FPBS) Remscheid. Dieser gemeinnützige Verein renoviert derzeit das Ladenlokal an der Allee. Kosten: ein hoher fünfstelliger Betrag. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Wir geben einen Überblick.

Die Anlaufstelle

Die 267 Quadratmeter großen Räume in der Alleestraße 61-63 sind barrierearm und zentral erreichbar – ein Pluspunkt für viele Betroffene, die hier künftig beraten werden sollen. Die Selbsthilfegruppen finden hier nicht nur eine Heimat und können hier ihre Gruppentreffen durchführen, sondern sie selbst sollen hier auch über den Förderkreis fortgebildet werden. Guido Braaksma und Sabine Becker – Tochter von Annemarie Wegerhoff – haben hier bereits gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlern wie Susanne Heynen schon kräftig angepackt. „Wir haben bereits die Wände gestrichen und eine Küche eingebaut“, sagt Guido Braaksma. Die Feuerlöscher stehen parat, die Erste-Hilfe-Ausstattung liegt bereit. Der Plan ist, am 1. Januar erst einmal den vorderen Bereich zu eröffnen, damit Treffen wieder möglich sind. Im hinteren Bereich wird dann schrittweise weiterrenoviert. Unter anderem muss das WC barrierearm umgebaut werden. Dafür stiftet zum Beispiel das Sanitätshaus Goll & Schracke Massing Griffe. Allein der WC-Umbau kostet 15 000 Euro.

Hilfe gesucht

Das Team könnte helfende Hände gebrauchen: zum Beispiel für den Trockenbau oder für Türreparaturen.

Der Förderkreis

Der Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen wurde vor 40 Jahren von der Stadt, der AOK, dem Gesundheitsamt, der Diakonie und der Stiftung Tannenhof gegründet. Der gemeinnützige Verein finanziert sich durch Spenden.

„Das Wichtigste ist, dass man jemanden hat, der einen versteht.“

Sabine Becker

Er unterstützt die Selbsthilfe durch Beratung, Projekte, organisiert Gruppensprecher-Treffen – sofern es die Mittel zulassen. „Es ist wichtig, dass wir eine zentrale Anlaufstelle haben. Denn was im Internet steht, kann man nicht alles glauben.“ Viele seien erst einmal verzweifelt, wenn eine Diagnose gestellt werde. „Hier erhalten sie Informationen von Betroffenen. Denn das Wichtigste ist, dass man jemanden hat, der einen versteht. Außenstehende verstehen dies nicht“, sagt Heidi Fleischmann von der Marfan-Hilfe. Welcher Arzt behandelt mich? Welche Therapie schlägt an? „Man teilt die gleichen Herausforderungen im Alltag. Dadurch wird es etwas leichter“, sagt Sabine Becker. Zudem hilft der Förderkreis den Selbsthilfegruppen bei der Antragstellung von Fördergeldern bei der Krankenkasse. Der Umbau des Ladenlokals ist für den gemeinnützigen Verein ein Kraftakt. Es fehlen noch Schreibtische, Ständer für Flyer, Corona-Schutzwände, Desinfektionsspender und -mittel. Spenden sind daher herzlich willkommen.

Die Gruppen

Alle Gruppen dürfen sich melden und an der Allee eine neue Heimat finden, neben dem FBS und den Selbsthilfegruppen auch der Behindertenbeirat und der EUTB, der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderung. Von den 49 Selbsthilfegruppen, die es in Remscheid gibt, haben sich folgende bereits für ein Treffen an der Allee angemeldet: SHG Blinden und Sehbehinderten Verein, Histamin, „Hör mir zu!“, ILCO, Lipid-Syndrom, Lupus Erythematodes, Marfan-Hilfe, Multiple Sklerose, psychisch Erkrankte, Rheuma-Liga, Sjögren Bergisch Land, Skoliose Bergisch Land. Weitere können sich melden.

Kontakt

Kontakt zum Förderkreis für psychosoziale Betreuung und Selbsthilfeinitiativen erhalten Interessierte bei der 1. Vorsitzenden Annemarie Wegerhoff: Tel. 2 24 06; E-Mail:

foerderkreis-remscheid@ web.de

www.selbsthilfe-rs.de

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