Mein Leben als Papa

Die Schule muss noch ein bisschen auf Hannes warten

Der neue Schreibtisch stößt natürlich auch bei Michel auf großes Interesse.Foto: gf
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Der neue Schreibtisch stößt natürlich auch bei Michel auf großes Interesse.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Endlich ist er raus! Wochenlang hat er schlimmer gewackelt als die Abwehr von Werder Bremen, dann fiel er aus, der erste Milchzahn. Stolz präsentiert Hannes seitdem seine Lücke im Mund und öffnet für jeden Interessierten den Deckel der kleinen Milchzahndose mit dem Dalmatiner drauf, in der es sicher bald noch voller wird. Denn es gibt längst schon weitere Zähne in Hannes’ Mund, die ziemlich locker drauf sind.

Hannes findet die Veränderung am eigenen Körper total spannend. „Fallen wirklich alle Zähne aus?“, will er wissen. Und als wir diese Frage bejahen, brennt ihm eine Frage noch viel mehr unter den Nägeln: „Wachsen denn auch wirklich alle nach?“

Nicht nur die Zukunft seines Gebisses ist für Hannes aufregend, auch die Tatsache, dass nun die Zahnfee kommt, treibt seinen Puls in die Höhe. Sollte man meinen. Ist aber gar nicht so. „Ich glaube nicht, dass es eine Zahnfee gibt“, sagt er nüchtern. „Das machen doch die Eltern.“ Schiebt sich da etwa schon ein Weisheitszahn nach oben – oder woher kommt diese Altersweisheit bei Hannes? Nun, es liegt wohl einfach daran, dass er einfach kein kleiner Junge mehr ist.

Ihm fällt es sogar selbst auf. Ganz ergriffen stand er neulich in seinem Kinderzimmer, schaute sich um, und murmelte in seinen Bart, der zum Glück noch auf sich warten lässt: „Das ist jetzt wirklich ein Große-Jungs-Zimmer.“

Tatsächlich haben Hannes’ vier Wände in den letzten Wochen eine ganz schöne Wandlung erfahren. Auffälligste Änderung: Dort, wo bis vor kurzem noch eine Magnettafel stand, fügt sich nun ein neuer Schreibtisch samt Drehstuhl in das Große-Jungs-Zimmer ein. Würde er im Oktober nicht zwei Tage nach dem Stichtag seinen sechsten Geburtstag feiern, könnte er dort ab August seine Hausaufgaben machen. Die Schule muss noch ein bisschen auf Hannes warten, sein privater Stundenplan ist aber schon proppevoll. Lieblingsfächer: Schreiben, Malen, Rechnen und Stecktabellen aktualisieren.

„Jetzt musst du aber auch zusehen, dass du ein bisschen Ordnung hältst auf deinem Schreibtisch“, ermahne ich ihn, damit das Chaos nicht überhandnimmt – und habe vergessen, dass ich im Homeoffice bin und er jeden Tag sehen kann, wie ich das so mit der Ordnung auf meinem Schreibtisch so halte. Mamas Einwurf lässt nicht lange auf sich warten: „Der Papa kann dir ja zeigen, wie das geht.“

Hannes ähnelt mir einfach in sehr vielen Dingen. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich das noch. Es hat zum Beispiel gedauert, bis er seinen neuen Schreibtisch akzeptiert hat. „Der soll wieder raus. Ist mir nicht blau genug“, erfand er einen Vorwand, um das neue Ding, das sinnbildlich für Veränderung steht, wieder loszuwerden. Dafür fischte er ein paar Tage später den defekten Globus, der schon lange nur noch im Keller stand, wieder aus dem Sperrmüll. Das alte Ding fand einen Platz auf dem neuen Schreibtisch.

Neugierig auf die Zukunft, ohne die Vergangenheit zu vergessen. Keine so schlechte Mischung, finde ich. Es werden noch einige Veränderungen auf dich zukommen, großer Hannes. Ich freue mich drauf, dich dabei begleiten zu dürfen.

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