Die Natur spielt in den Arbeiten der Künstlerin eine große Rolle

Setsuko Fukushima stellt ihre Arbeiten in der Galerie „Ins Blaue“ aus. Zu sehen sind sie an den August-Sonntagen. Foto: Roland Keusch
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Setsuko Fukushima stellt ihre Arbeiten in der Galerie „Ins Blaue“ aus. Zu sehen sind sie an den August-Sonntagen.

Setsuko Fukushima stellt in der Galerie „Ins Blaue“ aus

Von Peter Klohs

Drei Frauen leiten die Geschicke der Galerie „Ins Blaue“ an der Siemensstraße. Katja Wickert, Regina Friedrich-Körner und Nina Trompetter freuen sich, dass nach einer Coronapandemie bedingten sehr langen Durststrecke die Räumlichkeiten der Galerie ab Sonntag wieder für eine Ausstellung zur Verfügung stehen können. Zu Gast ist die japanische Künstlerin Setsuko Fukushima.

„Die Ausstellung war eigentlich für 2020 geplant“, verrät Katja Wickert, „musste aber aus bekannten Gründen abgesagt werden. 2019 war Setsuko im Projekt ‚Stille Post’ schon einmal bei uns präsent. Ich habe sie einfach angerufen und gefragt, ob sie jetzt Lust und Zeit hat, ihre Kunst bei uns zu präsentieren.“ Und die 1958 in Tokio geborene Künstlerin, die seit 1983 in Deutschland lebt, nahm die Einladung mehr als gerne an. „Was alle hier freut“, fügt Regina Friedrich-Körner an, „wir wollten Setsuko unbedingt haben.“

Bei Lichteinfall ist die Schattenwirkung sensationell

Beim Betrachten der ausgestellten Kunst wird schnell die Begeisterung der Verantwortlichen klar. In einem der Räume hängen 110 Papierstreifen in zwei Reihen von der Decke herab, kunstvoll drapiert, in einem sanften Bogen zur Erde fallend, wo sie an Keramikkugeln befestigt sind. Auf den Papierstreifen sind Textausschnitte in vielen Sprachen zu lesen: Texte, die die Künstlerin in der Coronazeit zugesandt bekam, und die sie auf diese Art verarbeitet. Kleine deutsche Texte stehen neben kyrillischen Schriftzeichen oder skandinavischen Worten.

Bei Lichteinfall ist die Schattenwirkung durch die hängenden Papierstreifen sensationell zu nennen. Natur spielt in den Arbeiten von Setsuko Fukushima eine große Rolle. Außerordentlich ist ihre Arbeit „Wortblätter“. Auf ihren Spaziergängen sammelte die Künstlerin Hunderte Blätter in unterschiedlichen Phasen der Zersetzung: Viele weisen Löcher auf, andere rollen sich, leicht verfärbt, zusammen.

Diese Blätter hat Fukushima hier ausgestellt. Aber nicht das originale Laub: In beeindruckender Kleinarbeit hat die Künstlerin jedes Blatt genau studiert – und dann gemalt. Inklusive Löcher, eingerollten Segmenten, die Farbenvielfalt ist enorm. Die mehr als 50 Blätter wirken durch die Schattenbildung noch eindrucksvoller als ohnehin. Die auch hier mitverarbeiteten Texte sind wichtig für die Künstlerin.

Die Ausstellung „Winzige Dinge, einmal nur, um das Licht einzuatmen“ ist vom 8. bis zum 29. August geöffnet. Am letzten Abend wird ein Konzert mit Karola Pasquay stattfinden. Die aktuellen Coronaregeln werden eingehalten. Die Ausstellung ist immer sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet und auch nach Vereinbarung unter Tel. 015 12 68 86 535.

Ins-blaue.net

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