Erste Platte

Die Musik von Elvis findet Klaus Everling zeitlos gut

Klaus Everling weiß nicht mehr genau, welche LP seine erste Platte war. Er tippt aber auf Elvis oder die Beatles.
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Klaus Everling weiß nicht mehr genau, welche LP seine erste Platte war. Er tippt aber auf Elvis oder die Beatles.

Klaus Everling, Vorsitzender des Lüttringhauser Männerchors, mag fast alles außer Heavy Metal.

Von Peter Klohs

Klaus Everling ringt mit sich. Sein innerer Zwiespalt ist auf seinem Gesicht abzulesen, aber auch sein Wille, sich korrekt zu erinnern. „Nein“, resigniert er nach 30 Sekunden. „Ich weiß nicht mehr, welche LP meine erste Platte war. Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten: Entweder war es Elvis Presley oder es waren die Beatles.“

Der ehemalige Polizist erinnert sich jedoch an den Volksempfänger, der in seiner Jugend in seinem Geburtshaus in Lüttringhausen stand. „Wann immer es möglich war, habe ich über dieses Gerät, das es heute natürlich nicht mehr gibt, Musik gehört. In der Anfangszeit war mir egal, was ich für Musik hörte. Das spezifische Hören kam erst später.“

Nämlich zu dem Zeitpunkt, als Everling die Radiosendung des englischen Disc-Jockeys Chris Howland entdeckte, der sich zuweilen Heinrich Pumpernickel nannte und viel englischsprachige Popmusik spielte. „Das fand ich als 16- oder 17-Jähriger ganz toll.“ Im Gegensatz zu seinem Vater, der Finanzbeamter war.

„Wenn er von der Arbeit nach Hause kam und die englische Musik lief, dann war er nicht begeistert. Er mochte englischsprachige Musik nicht und schätzte die deutsche Volksmusik oder deutsche Schlager. Aber er hat nie gemeckert oder mir das Hören meiner Musik verboten. Man sah es nur an seinem Gesicht.“

„Ich habe mich nie auf einen Musikstil beschränkt.“

Klaus Everling

Everling war ein Presley-Fan, seine Frau eine Bewunderin der Beatles. „Die Musik von beiden ist ja zeitlos und auch heute noch gut zu hören“, urteilt er. „Was immer meine erste Platte war: Ich habe sie sicher irgendwo in Remscheid gekauft, aber wo, das kann ich nicht sagen.“

Bei seiner Grundausbildung, die in Münster stattfand, sangen er und seine Kollegen alte Stones-Hits („Satisfaction“) und fühlten sich gut dabei. „Ich habe mich nie auf einen bestimmten Musikstil beschränkt“, berichtet er. „Ich mochte Presley und die Beatles, schätzte aber auch den deutschen Schlager von Peter Maffay, Peter Alexander bis hin zu Heino.“

So würde er sich freiwillig niemals Heavy Metal anhören, weil ihm dieser Musikstil zu hart und zu unmelodisch ist. Bei klassischer Musik hört er gerne zu, bei Jazz eher weniger. „Obwohl ich als 17-Jähriger vier Wochen in England war und dort den Jazzmusiker Kenny Ball im Konzert erlebte. Das war schon gut und hat mir gefallen, hat aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Ein Konzertgänger ist Klaus Everling nie gewesen. Seine Frau hingegen schon. Er erinnert sich, dass sie als großer Udo-Jürgens-Fan total begeistert von einem Konzert des Musikers in Dortmund zurückgekehrt sei. „Das hat mir nie gefehlt“, sagt er.

Vielleicht auch, weil er selbst in vielen Konzerten gesungen hat. Everling ist seit nunmehr 27 Jahren Vorsitzender des Lüttringhauser Männerchors, der vom ehemaligen Kantor Jürgen Harder geleitet wird. Und ganz schnell redet er über Chormusik und die Probleme, die vor allem Männerchöre umtreiben.

„Komischerweise ist das bei Frauenchören nicht so“, weiß Everling. „Unser Durchschnittsalter ist jenseits der 70, das des Lüttringhauser Frauenchores ist weitaus geringer. Da singen auch junge Frauen mit. Das ist bei Männerchören, die allesamt über Nachwuchssorgen klagen, nicht der Fall.“

Er erzählt, wie viel Arbeit ein vermeintlich einfacher Schlager dem Chor bereitet. „Das vierstimmig und korrekt zu singen, ist nicht ohne und erfordert mehrwöchige Proben.“ Wenn er sich etwas wünschen dürfte, dann wäre das ein Auftritt mit der kölschen Musiktruppe Höhner. „Aber vielleicht kommt das noch.“

Heutzutage reduziert Klaus Everling das Hören von Musik auf seine alte Liebe: das Radio. „Wir haben noch einen Plattenspieler, aber der ist alt und kaum zu gebrauchen. Wir suchen nach einem neueren Modell. Dann lege ich bestimmt mal wieder eine LP auf.“

Zur Person

Klaus Everling wurde 1945 in Remscheid geboren und wohnt noch immer in seinem Elternhaus in Lüttringhausen. Er war Polizeihauptkommissar und hauptsächlich als Ausbilder am Standort Wuppertal-Lichtscheid tätig. Seit zahlreichen Jahren ist Everling Vorsitzender des Lüttringhauser Männerchors und hat mit diesem viele Konzerte gesungen.

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