Meine erste Platte

Die Liebe zu Country wurde schnell von Rock abgelöst

Gabi Leitzbach mit ihrer ersten Platte, der LP „Simple Dreams“ von Linda Ronstadt.
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Gabi Leitzbach mit ihrer ersten Platte, der LP „Simple Dreams“ von Linda Ronstadt.

Gabi Leitzbach hört das neuste AC/DC-Album so oft wie möglich.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die Kaffeetasse von Gabi Leitzbach ziert das Logo der Hardrocker von AC/DC. „Das ist meine Lieblingsband“, sagt sie. „Ihre letzte CD, ‚Power Up‘, höre ich mir so oft wie möglich an.“

Dabei deutete zunächst einmal wenig auf ihre spätere Liebe zum „melodiösen Hardrock“, wie sie ihre Lieblingsmusik nennt, hin. Die 1963 in Remscheid geborene Diplom-Sozialpädagogin lernte Musik in ihrem Elternhaus kennen. „Und zwar durchaus unterschiedliche Musik“, erinnert sie sich.

„Mein Vater war der totale Elvis-Presley-Fan, meine Mutter liebte den Schlager von Drafi Deutscher und Marianne Rosenberg. Da war das Anschauen der ZDF-Hitparade Pflicht, später auch Ilja Richters Disco.“

Ich mag nicht angeschrien werden.

Gabi Leitzbach über Trash-Metal und härtere Spielarten

Gabi Leitzbach hat schon in Grundschulzeiten gerne gesungen. Sie trat mit neun Jahren dem Remscheider Kinderchor bei und nahm mit diesem diverse Langspielplatten auf. Eine ist noch in ihrem Fundus erhalten. „Wir sind auf richtige Tourneen gegangen“, erzählt sie. „Wir konnten Haydn-Messen auswendig auf Latein singen. Die Tonaufnahmen fanden in einem Studio in Köln statt.“

Mit 13 oder 14 Jahren „war Chor dann doof“. Zunächst trat sie einer Teenie-Band bei, später dann der Band Lorelay. Hier lernte sie ihren Mann Volker kennen. Und quasi wie nebenher: den melodiösen Hardrock. Sie nahm an einem RTL-Talentwettbewerb teil. Ihre Karriere als Profisängerin scheiterte an den kruden Vorstellungen der Verantwortlichen, die Gabi nicht mittragen wollte. „Ich trat im Duo mit einem Gitarristen auf“, erzählt sie, „und RTL wollte den nicht haben. Da habe ich gesagt: Dann bekommt ihr mich auch nicht.“

Über Countrymusik (Linda Ronstadts LP „Simple Dreams“ von 1977 war ihre erste Platte) ging der Weg dann über die Remscheider Band Drop Out zur Rockmusik. Besonders liebte sie die von den Wilson-Schwestern geleitete Band Heart. Deren LP „Dreamboat Annie“ ist heute leider nur noch als CD vorhanden.

„Das ist dann das Zentrum meines Musikgeschmacks geworden“, beschreibt die Remscheiderin ihre musikalische Vorliebe, zu der auch die melodischen Metallica-Songs, Nickelback, Bonfire und die frühen Jahre von Bon Jovi zählen. „Härte ist mir nicht wichtig“, sagt sie, „Melodie aber umso mehr. Ich mag Trash-Metal oder noch härtere Spielarten nicht. Ich mag nicht angeschrien werden.“ Auch Free-Jazz findet vor ihren Ohren keine Gnade. Gospel geht. Und manche Schlager. Nur die Ballermann-Musik straft sie mit Verachtung. „Die kann man sich noch nicht mal schöntrinken“, ist ihr Urteil.

Gabi Leitzbach ist Vertretungslehrkraft am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg. Zusätzlich amtiert sie als 1. Vorsitzende der IG Kremenholl. Da ist freie Zeit rar. „Sich abends in Ruhe eine Platte anzuhören, ist da nicht drin“, bedauert sie. „Heutzutage höre ich außer AC/DC hauptsächlich Musik aus dem Radio.“ Die australischen Hardrocker hat sie in der Essener Grugahalle live gesehen. „Diese Dynamik!“, schwärmt sie noch heute. „Und diese unvorstellbare Lautstärke!“ Ob die Band wohl an ihrem Hörschaden mitschuldig ist?

Zur Person

Gabi Leitzbach wurde 1963 in Remscheid geboren und lebt – mit Ausnahme der Studienzeit – in ihrer Geburtsstadt. Die gelernte Diplom-Sozialpädagogin war von 2015 bis 2020 Bürgermeisterin der Stadt und seit 2009 für die SPD im Rat der Stadt. Sie möchte an einer Hardrock-Kreuzfahrt teilnehmen und die Isle of Man noch einmal besuchen.

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