Meine erste Platte

Die Künstlerin möchte einmal Eros Ramazotti live erleben

Claudia Fey mit einigen ihrer Vinyl-Schätzchen. Foto: Doro Siewert
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Claudia Fey mit einigen ihrer Vinyl-Schätzchen.

Claudia Fey ist auf kein bestimmtes Musikgenre festgelegt

Von Peter Klohs

Remscheid. Claudia Fey erzählt gerade seit zehn Sekunden über ihr Verhältnis zu Musik im Allgemeinen, da ist sie schon tief in ihre Vergangenheit abgetaucht und beschreibt bis ins Kleinste den Musikschrank, der im Haus ihrer Eltern stand, mit Schiebetüre und integrierten Lautsprechern. „Der Musikschrank gehörte der Oma, und als Platten hatte sie Heintje, Heino und Freddy Quinn. Anders sah es bei meinen Eltern aus: Mein Vater war ein großer Fan von Peter Maffay und Otto Waalkes. Aber da gab es auch LPs von Rod Stewart, Elvis und Buddy Holly.“

Sie habe Musik viel aus dem TV-Programm erfahren. „Das Übliche. Die Hitparade, Formel 1, Ilja Richter.“ Die Musik auf ihren ersten Platten war aber eine andere. „Ich war auf einer Jugendfreizeit, als ich 14 Jahre alt war“, erzählt Claudia Fey. „Und bei einer Freizeit habe ich außer meinem ersten Kuss auch den Eindruck von ‚richtiger’ Rockmusik mitgenommen. Da wurde Supermax und Birth Control gespielt, Headbanging pur, und ‚Gamma Ray’ von der Deutschrock-Band Birth Control wurde dann etwas später meine erste Single. Kaum zu Hause angekommen, lief ich zu Uwe Rapps Zack-Zack und kaufte die Platte.“ Zuvor hatte Claudia einige Sampler mit Pop- und softigem Rock geschenkt bekommen.

Greatest Hits von Cat Stevens war ihre erste LP

Auch an ihre erste Maxi-Single erinnert sich die Künstlerin. „Damals gingen wir Mädels einmal im Monat in die Disco in der Versöhnungskirche an der Burger Straße. Und stell dir vor: Da ist ein 14-jähriges Mädchen, mit all seinen Wünschen und Träumen, voll in der Pubertät und hört zum ersten Mal: I was made for loving you, den größten Hit von Kiss. Die Band war auch aus optischer Sicht spannend: Die waren bemalt. Das war 1979 absolut exotisch. Und alle Mädchen in der Disco liebten Kiss-Mitglieder. Na warte mal ab, haben wir gefrotzelt, wie die nach dem Abschminken aussehen.“

Auf der ersten selbstgekauften LP von Claudia Fey erklingt hingegen ruhigere Musik. „Vielleicht kam das, weil ich in einem Gospelchor gesungen habe. Oder aber: Mein Vater war Schuld. Der spielte nämlich Gitarre und intonierte hin und wieder ‚Morning has broken’“. Wie auch immer: Ihre erste LP war folgerichtig die Greatest Hits von Cat Stevens.

Ähnlich bunt wie ihre erste Platten ist ihr Musikgeschmack auch heute noch. Sie hat so ziemlich alle denkbaren Musikstile im Laufe der letzten Jahre kennengelernt. Und als bildende Künstlerin kennt sie sich mit Phasen aus. „Mir gefällt wirklich alles an Musik“, berichtet sie. „Manchmal dies etwas mehr, manchmal das. Wie eine Phase.“ Klassik? „Finde ich toll“, antwortet sie, „ich habe aber selten die nötige Ruhe dafür.“ Free Jazz? Sie zögert. „Geht temporär auch, aber nicht so lange. Gerade im Jazz, da gibt es schon extrem Anstrengendes.“ Karnevalsmusik geht, so die Künstlerin, auch, zumindest dann, wenn man etwas Alkoholisches zu sich genommen hat.

An ihr erstes Livekonzert hat sie deutliche Erinnerungen. „Das war in Solingen“, weiß sie. „Für zehn Mark gaben die Fantastischen Vier ein Konzert. Das war vor der Zeit, als sie berühmt wurden.“ Daneben hat sie Grönemeyer erlebt, die Stones und Guns & Roses im Müngersdorfer Stadion, Gentleman in Remscheid, die Toten Hosen. „Ach ja“, lächelt sie, „mein Lebensgefährte Torsten Dehnke ist ja ein Riesen-Hosen-Fan. Über die Jahre habe ich die Düsseldorfer Band lieben gelernt.“

Im Moment hat sie die Deutsche-Pop-Phase und findet Max Herre ganz toll. Beim Autofahren hört sie Radio und streamt ansonsten, was sie so hören mag. Hat sie musikalisch noch einen Wunsch? „Einmal Eros Ramazzotti live erleben.“

Claudia Fey

Claudia Fey ist Kunsttherapeutin und freischaffende Künstlerin. Die 1965 in Remscheid geborene Fey hat Industrie-Design studiert und engagiert sich unter anderem für und arbeitet mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Fey findet, dass die Remscheider Sängerin Bianca Rosa Clever mehr Beachtung verdient hätte. „Die hat so eine tolle Stimme“, sagt die Künstlerin.

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