Theater

Die Komödie funktioniert trotz des ernsten Themas und begeistert das Publikum

Dominic Raacke und Katja Weitzenböck (Foto) brillierten ebenso wie Jana klinge und Ralf Komorr in dem Stück „Die Niere“. Foto: Roland Keusch
+
Dominic Raacke und Katja Weitzenböck (Foto) brillierten ebenso wie Jana klinge und Ralf Komorr in dem Stück „Die Niere“.

Komödie am Kurfürstendamm zeigte das Stück „Die Niere“ mit Dominic Raacke im Teo Otto Theater.

Von Sabine Naber

Remscheid. Dass man ein Thema mit ernstem Hintergrund durchaus zu einer gelungenen Komödie umfunktionieren kann, das bewies die Komödie am Kurfürstendamm am Mittwochabend unter der Regie von Martin Woelffer eindrucksvoll mit dem Stück „Die Niere“ im Teo Otto Theater.

In offensichtlich bester Laune tänzelt der erfolgreiche Architekt Arnold (Dominic Raacke) zu entsprechender Musik auf die Bühne. Für ihn gibt es zwei Gründe, zufrieden zu sein. Erstens hat er erreicht, dass der von ihm entworfene „Diamond Tower“ mit 26 Stockwerken mitten in Paris gebaut wird und zweitens weiß er nach gerade erfolgtem Gesundheitscheck, dass er kerngesund ist. Das befreundete Ehepaar Diana (Jana Klinge) und Götz (Ralf Komorr) wollen Arnold und Kathrin (Katja Weitzenböck) zum gemeinsamen Essen abholen, ein feuchtfröhlicher Abend ist geplant.

Aber es kommt anders, denn Kathrin hat gerade erfahren, dass sie an einer Niereninsuffizienz leidet, auf eine Spenderniere angewiesen ist. „Heute wollen wir deinen Turm feiern. Über alles andere später reden“, teilt sie Arnold mit. Ihn lässt das Thema nicht los. Zwar hat er die richtige Blutgruppe, könnte seiner Frau die Niere spenden, ist mit der Situation aber völlig überfordert.

Ganz anders sein Freund Götz. Auch er käme als Lebendspender in Frage. Und ist auch spontan bereit dazu. Der witzige, zuweilen ironische und geistreiche Wortwechsel zwischen den vier Protagonisten unterhält das Publikum im gut besuchten Theater vom Feinsten. Schwächen wie Eifersucht oder Egoismus lassen sich kaum noch verbergen. Es wird ausgesprochen, was man lieber verschwiegen hätte. Und noch bevor das Telefon klingelte und eine ganz neue Situation entstand, war schon nichts mehr so, wie es einmal war.

Alle Ensemblemitglieder spielen so überzeugend und authentisch, dass man ihnen ihre Rollen abnimmt. Herrlich, wenn Kathrin ihren Mann auffordert: „Spiel weiter mit deinem Turm.“ Oder die Apothekerin Diana die Risiken einer Organspende aufzählt, aber sofort bereit ist, ihren Mann spenden zu lassen, wenn die Freunde ihm nur nicht verraten, dass sie ein Verhältnis hat. Und Kathrin kann selbst nicht mehr erschüttern, als ihr Mann vor ihr auf die Knie geht und behauptet, er könne ohne sie nicht leben. „Dann wirst du es künftig schwer haben“, teilt sie ihm kühl mit.

Begeisterter Applaus der Theatergäste, die Freude an dieser Komödie hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare