Die Heilpflanze gehört in jeden Liebestee

Der gewöhnliche Beifuß. Foto: Jörg Liesendahl/Natur-Schule Grund
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Der gewöhnliche Beifuß.

Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund über den Gewöhnlichen Beifuß

Weiberkraut, Dianakraut, Donnerkraut, Thorwurz, Gewürzbeifuß, wilder Wermut; alles volkstümliche Namen für Artemisia vulgaris, den Gewöhnlichen Beifuß. Die häufige Pflanze der Wege und Schuttplätze, der Ödflächen, Ufer und Auen ist ein Mitglied der Pflanzenfamilie der Korbblütler und verwandt mit Gänseblümchen und Ringelblume.

Die Pflanze mit dem aufrechten, kantigen Stängel kann eine Wuchshöhe von über zwei Metern erreichen und wurzelt bis etwa 1,5 m tief. Ihre länglichen, fünf mal drei Zentimeter langen Blätter sind grob gefiedert und zusätzlich gesägt. Blütezeit ist von Juni bis September/Oktober. Dann findet man endständig am Stängel eine Rispe mit sehr vielen, nur drei bis vier Millimeter großen Blütenkörbchen, die von weißlich-grünen Hüllblättern umgeben sind. Die Bestäubung der Blüten erfolgt mit Hilfe des Windes; die allergieauslösenden Pollen fliegen hauptsächlich in den Morgenstunden. Die Pflanze bildet pro Exemplar und Jahr etwa 500 000 nur 1,5 mm kleine Früchte, die vom Wind verstreut oder, bei Feuchtigkeit und dadurch entstehender Klebrigkeit, durch Anhaften verbreitet werden.

Artemisa vulgaris hat ihren Namen nach der griechischen Göttin Artemisia, der Göttin der Jagd, des Waldes, des Mondes, der Geburt und Beschützerin der Frauen und Kinder. Der Gewöhnliche Beifuß gilt seit der Antike als die Heilpflanze, besonders bei Frauenleiden. Eingesetzt wird der Gewöhnliche Beifuß gegen Blasen- und Eierstockentzündungen, Ausfluss, Unterleibsschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Gallenproblemen, Zahnfleischentzündungen, müde Füße und Beine. Tee wirkt gegen Nervosität und Schlafstörungen. Als Gewürz kennt man die Pflanze bei fetten Speisen wie Braten, Gans oder auch Wild. Hier wirken die Bitterstoffe verdauungsfördernd. In der Küche können junge Blätter und Triebe mit ihrem süßlich bitteren Geschmack zu Suppen, Eierspeisen, Pilzgerichten, Gemüse gegeben werden. Wichtig: Wegen einiger problematischer Inhaltsstoffe sollte Beifuß in innerlicher Anwendung nicht allzu häufig genutzt werden. Und bitte bedenken: Beifuß kann allergische Reaktionen und Asthma auslösen.

Schamanen und Indianer verwenden die Pflanze bei Ritualen zum Reinigen und Vertreiben böser Mächte. Der germanische Gott Thor trägt einen Gürtel aus Beifuß, der ihm Kraft verleiht. Beifuß gehört unbedingt in jeden Liebestee.

Übrigens: Die nahe verwandte Artemisia absinthum ist die Pflanze zur Herstellung für Absinth-Schnaps mit dem typischen Wermutgeschmack, der wegen seines hohen Gehalts an toxischem Thujon seit 1921 verboten ist. Heutzutage enthält verkäuflicher Absinth nur noch wenig Thujon.

natur-schule-grund.de

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