Mein Leben als Papa

Die Haare duften nach Abenteuer – vor und nach dem Waschen

Die Überbleibsel eines ganz normalen Schaumbads von Hannes und Michel.
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Die Überbleibsel eines ganz normalen Schaumbads von Hannes und Michel.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Endlich sind die Tage wieder länger und manchmal sogar schon angenehm mild. Endlich müssen Hannes und Michel nicht mehr drei bis fünf Lagen tragen, um draußen toben zu können. Und endlich kehren sie abends wieder mit dreckigen Händen und grünen Knien vom Garten zurück in die Wohnung.

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Baden ist da Pflichtprogramm. In anderen Familien mag die Zeit in der Wanne die ruhigere Phase am Abend einläuten – bei uns ist das nicht so. Denn Hannes und Michel toben einfach weiter. Vor jedem Bad schmeißen sie das halbe Kinderzimmer ins Wasser, bis die Wanne so voll mit Spielzeug ist wie die Nordsee bei einer Quallenplage. Autos, Boote, Feuerwehrmann-Sam-Figuren, Dinosaurier, leere Wasserflaschen und Spritztiere verschwinden im Schaum und warten auf ihre Einsätze.

Der Dreck am Körper verschwindet beim Spielen in der Wanne ganz nebenbei. Nur die Haare waschen sich nicht von alleine. Leider. Lange Zeit war es so, dass man bei uns vom Geräuschpegel her nicht unterscheiden konnte, ob die Kreissäge läuft oder wir Hannes die Haare waschen.

Von der Notwendigkeit der Haarpflege ist er auch heute noch nicht vollends überzeugt. „Bitte nicht waschen, Papa“, bittet er mich nach einem langen und aufregenden Nachmittag im Garten. „Meine Haare duften so schön nach Abenteuer.“

Diese Poesie in seinen Worten hätte es eigentlich verdient, dass ich ihn in Ruhe lasse – die Blätter in seinen Haaren lassen mir aber keine Wahl. Ziemlich souverän legt Hannes seinen Kopf in den Nacken und einen Waschlappen übers Gesicht. Es dauert keine Minute und er kann wieder nach einem neuen Spielzeug im Schaum suchen.

Weiter geht’s mit Michel. Bis vor kurzem hat ihm die ganze Prozedur überhaupt nichts ausgemacht. Jetzt ist er beim Haarewaschen unsere neue Kreissäge. Eine noch lautere. Er will nicht! So gar nicht! Dabei hat er die Auswahl zwischen einem Fußball- und einem Dinosaurier-Shampoo, die beide milder sind als Lanzarote und Fuerteventura im Winter. Da brennt garantiert nichts im Auge.

Irgendwann lässt er sich seine Haare dann doch widerwillig einschäumen. Ich forme aus ihnen zwei lustige Hörner. „Guck mal, Michel. Jetzt siehst du aus wie eine Ziege.“ Hannes lacht sich kaputt, Michel fängt an zu weinen, als er sich im Spiegel sieht. Er will nur noch raus aus der Wanne.

Ich muss ihm aber noch die Haare ausspülen – der kritischste Moment! Wie bei einem Pflaster muss man sich entscheiden: schnell oder langsam? Ich bevorzuge schnell. Es bleibt keine Zeit mehr, den Schaum beiläufig beim Spielen auszuspülen. Die Kreissäge läuft schon wieder auf Hochtouren.

Beim Zubettgehen duften die Haare der beiden Jungs „fein“, wie sogar Michel selbst feststellt. Für mich riechen sie immer noch nach Abenteuer. Und zwar nach einem echt aufregenden in der Wanne.

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