Bundestagswahl 2021

Die Großen bekommen weniger „Leih-Stimmen“

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Gewinne und Verluste in Remscheid: CDU stabiler als im Bund, FDP bewegt sich gegen den Trend.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Klare Gewinne für SPD und Grüne, ebenso deutliche Verluste für die CDU – die Bundestagswahl verlief in Remscheid ganz ähnlich wie in der restlichen Republik. Verglichen mit dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren legte die SPD bei den Zweitstimmen, die der Partei und nicht dem Kandidaten vor Ort gelten, in Remscheid (+5,1 Prozentpunkte) ähnlich viel zu wie im Bundestrend (+5,2). Auch die Grünen (+6,1 in Remscheid, +5,8 im Bund) entwickelten sich vergleichbar.

Die Christdemokraten hingegen zeigten sich in Remscheid trotz Verlusten etwas stabiler als in der Gesamtbetrachtung: Bundesweit büßte die CDU 8,9 Prozentpunkte ein, hier vor Ort „nur“ 6,9. Ähnliches gilt für Die Linke, die bundesweit 4,3 Prozentpunkte verloren hat, ihren Verlust in Remscheid aber auf 3,6 begrenzen konnte.

Die Remscheider FDP bewegt sich sogar gegen den Trend und verliert 1,3 Prozentpunkte, während sie im Bund 0,7 hinzugewinnt. Der Verlust der AfD (-2,1 Prozentpunkte in Remscheid, -2,3 im Bund) bewegt sich auf einem vergleichbaren Niveau.

Eine deutliche Veränderung zur Wahl vor vier Jahren gab es beim Verhältnis von Erst- zu Zweitstimmen. In der Vergangenheit konnten die Direktkandidaten von CDU und SPD meist wesentlich mehr Erststimmen für sich verbuchen, als ihre Partei im gleichen Bezirk Zweitstimmen erhielt.

Weil zum Beispiel FDP- oder Grünen-Kandidaten keine echte Chance auf das Direktmandat hatten, gaben Wähler dieser Parteien ihre Erststimme teilweise an die Kandidaten von Sozial- und Christdemokraten ab. So erhielt der damals siegreiche Jürgen Hardt (CDU) 2017 ziemlich genau 4000 Remscheider Stimmen mehr als seine Partei. Das entsprach rein rechnerisch fast der Anzahl der Stimmen, auf die Karin van der Most (FDP) damals verzichten musste. Sie erhielt rund 3500 Erststimmen weniger als ihre Partei Zweitstimmen.

Diese Stimmen blieben diesmal offensichtlich vermehrt beim Kandidaten der jeweiligen Partei. So verlor Dr. Robert Weindl (FDP) im Vergleich zu den Zweitstimmen seiner Partei in Remscheid nur noch knapp 1400 Stimmen und Silvia Vaeckenstedt (Grüne) musste auf nicht einmal 1000 Stimmen verzichten. Entsprechend weniger „Leih-Stimmen“ gab es für CDU-Mann Hardt und seinen SPD-Kontrahenten Ingo Schäfer, die rund 2500 beziehungsweise 1400 Erststimmen mehr erhielten als ihre Parteien Zweitstimmen.

Kehrseite der Medaille: Weil die Wahl der Direktkandidaten eine reine Mehrheitswahl ist, fielen die 36 106 Stimmen, die nicht für den Sieger abgegeben wurden, komplett unter den Tisch. Ziemlich genau zwei Drittel aller 54 339 gültigen Remscheider Erststimmen.

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