Theodorstraße

Die Frauenberatungsstelle zieht von Lennep in die Stadt

Nicole Potenza von der Fachberatungsstelle Indigo gegen sexualisierte Gewalt. Foto: Roland Keusch
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Nicole Potenza von der Fachberatungsstelle Indigo gegen sexualisierte Gewalt.

Petra Hafele ist in den Ruhestand gegangen. Der Sozialdienst katholischer Frauen übernimmt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Eine junge Frau trug sich mit dem Gedanken herum, einen Mann anzuzeigen, der sie seit ihrer Kindheit vergewaltigt hatte. Der Mann habe ein Amt in der Gemeinschaft inne, in der die Eltern ebenfalls aktiv seien, erzählte die Frau. Niemand habe ihr geglaubt. Nachdem sie schließlich Anzeige erstattet hatte, damit, wie sie sagte, „anderen Mädchen und Frauen nicht dasselbe passiere“, stellte sich heraus, dass andere Frauen betroffen waren – sie schlossen sich teilweise der Anzeige an, wodurch der Täter zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Diese Opfer von Straftaten gegen ihre sexuelle Selbstbestimmung und viele weitere Frauen hat Petra Hafele in ihren 36 Jahren als Leiterin der Frauenberatungsstelle in Lennep beraten und begleitet. Stalking, sexualisierte Gewalt, Missbrauch: Rund 300 Frauen kamen pro Jahr in die Neugasse 2 oder nahmen Kontakt auf. Nun ist Petra Hafele in den Ruhestand gewechselt.

Wie geht es nun weiter?

Seit 1. Januar ist die Frauenberatungsstelle nun beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) angesiedelt mit Sitz in der Theodorstraße 8.

Werden neue Stellen geschaffen?

Ja. Zusätzlich zu den 1,5 Stellen von Nicole Potenza und Nelly Schminkel bei Indigo kommen 1,5 Stellen hinzu. „Das Land bezuschusst davon 80 Prozent, den Rest muss der Träger erbringen, sprich der SkF“, erklärt Potenza. Generell werde man über das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung finanziert, die Kommune finanziert aufstockend.

Zu welchen Themen berät die Frauenberatungsstelle?

Erst einmal zu allen Themen, die Frauen beschäftigen. Notfalls kann weitervermittelt werden. Im Speziellen aber zu sexualisierter, geschlechtsspezifischer Gewalt, zu häuslicher und zu digitaler Gewalt. Gerade letzteres sei immer mehr auf dem Vormarsch. Nicole Potenza und Nelly Schminkel übernehmen die Aufgaben von Petra Hafele. So auch den proaktiven Gewaltschutz. „Wir erhalten nach Einsätzen häuslicher Gewalt die Berichte der Polizei – wenn die Frauen damit einverstanden sind. So können wir auf sie zugehen und sie beraten“, erklärt Potenza.

An wen richten sich die Angebote?

An alle Mädchen und Frauen ab 16 Jahren, unabhängig von ihrer Konfession.

Wie nehme ich Kontakt auf?

Unter Tel. 6 96 60-16/ -28 oder per E-Mail: indigo.fachberatung@ skf-bergischland.de.

Der SkF bietet auch Online-Beratung für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen ab 16 Jahren an – auch anonym. Dazu wird die datensichere Online-Beratungsplattform der Caritas genutzt.

beratung.caritas.de/regionale-angebote/registration?aid=2113

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