Glaube

Stadtdechant erklärt: „Die Fastenzeit ist eine innere Umkehr“

Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster. Archivfoto: Roland Keusch
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Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster.

Heute ist Aschermittwoch.

Von Melissa Wienzek

An diesem Tag werden im Gottesdienst die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres geweiht und die Katholiken mit einem Kreuz aus dieser Asche gezeichnet. Heute beginnt damit die 40-tägige Fastenzeit. Sie soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Aber was bedeutet das genau? Und wie begehen Christen diese Zeit? Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster erklärt.

„Die Fastenzeit ist die Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Sie wird auch als österliche Bußzeit bezeichnet. ,Kehre um und glaube an das Evangelium‘ lautet das Wort bei der Austeilung des Aschekreuzes, anders gesagt: Bedenke dein Leben.“ Es sei eine Einladung aus dem Evangelium, sich ein Leben lang auf den Weg zu machen und zu schauen, wie man sein Leben ausrichte. Es gehe bei der Buße übrigens nicht darum, sich das Leben zu verderben, sondern genau das Gegenteil sei der Fall: nämlich ein Leben zu finden, das diese Bezeichnung verdiene. „Es geht darum, ein Stück Freiheit und Lebensqualität bis Ostern zu gewinnen und sich zu fragen: Was ist wichtig? Womit verbringe ich mein Leben? Woraus lebe ich?“ Der eine verzichte bewusst auf Süßigkeiten, der andere pflege intensiver seine Beziehungen zu Familie und Freunden. „Wir spüren ja gerade in der Pandemie, was eigentlich wichtig für uns ist. Im christlichen Glauben geht es immer um Beziehungen – zu Gott, aber auch zueinander. Es geht darum, aufeinander zu achten, aber auch verzeihen zu können.“

Quadragesima wird die 40-tägige Fastenzeit auch genannt. „Von Aschermittwoch bis Ostern kommen wir auf mehr als 40 Tage, aber Sonntage sind dabei immer ausgerechnet. Die Sonntage sind quasi kleine Osterfeste“, erklärt Monsignore Kaster. In der katholischen Kirche bezeichne man die letzten beiden Wochen vor Ostern als Passionszeit. Am ersten Passionssonntag werde das Kreuz mit einem Tuch verhüllt. „Dieses Ritual stammt aus dem Mittelalter, als die Kreuze noch mit Edelsteinen besetzt waren. Es ist mancherorts üblich, dass karfreitags eine feierliche Enthüllung stattfindet.“

Die Fastenzeit endet genau genommen Gründonnerstag-nachmittag. „Die nächsten drei Tage gehören inhaltlich zusammen: zu Ostern.“ Das eigentliche Osterfest feiern gläubige Christen übrigens in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag.

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