Ein Jahr Corona in Remscheid

Dezember: Corona wütet im Haus Lennep

Das Impfzentrum meldet sich einsatzbereit, aber der Impfstoff kommt nur tröpfchenweise

Remscheid. Zunächst steht der Dezember im Zeichen der Hoffnung: Bis zum 15. Dezember soll die Stadt ihr Impfzentrum stehen haben. Hat sie auch. Nach einigem Streit über den Standort meldet Einsatzleiter Guido Eul-Jordan das Impfzentrum in der Sporthalle West einsatzbereit. Ärzte, Arzthelferinnen und Apotheker stehen bereit. Jetzt warten alle auf das Serum.

Für zahlreiche Bewohner des Alten- und Pflegeheimes Haus Lennep kommt der herbeigesehnte Impfstart zu spät. Anfang Dezember erkranken 64 Senioren und 29 Beschäftigte in dem Haus an der Hackenberger Straße. Das ist der größte Ausbruch in einer Remscheider Pflegeeinrichtung. Binnen zwei Wochen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz von 117,7 auf 231,7. Die Zahl der Toten steigt nun beinahe täglich. Von 40 am 2. Dezember auf 90 am 31. Dezember.

Mitte des Monats setzt ein Ansturm auf die Apotheken ein. Die geben für die Empfänger kostenlose FFP2-Masken aus. Nach den ersten drei Masken, die im Dezember aus Finanzmitteln des Bundes an Menschen über 60 Jahren und solche aus Risikogruppen verteilt wurden, hat der gleiche Personenkreis Anspruch auf weitere sechs.

Bundesweit wird der „Lockdown light“ abgebrochen: Geschäfte, die nicht der täglichen Versorgung dienen, müssen ab 16. Dezember schließen. Der zweite Lockdown trifft neben der Gastronomie den Einzelhandel mit voller Härte. Shoppen mochten schon im vergleichsweise entspannten Sommer nur wenige. Nun fällt auch das Weihnachtsgeschäft aus.

Das ist der Anfang vom Ende der Pandemie.

Burkhard Mast-Weisz, Oberbürgermeister

So gehen im Dezember auf der Alleestraße zwar die Herrnhuter Sterne auf und die Remscheider dürfen an Silvester zwar grundsätzlich Böller knallen und Raketen steigen lassen, um das verdammte Corona-Jahr 2020 endlich hinter sich zu lassen. Kaufen dürfen sie die Feuerwerkskörper vorher aber nicht.

Auf ganzer Linie enttäuscht schließlich der mit großen Hoffnungen für das neue Jahr verbundene Impfstart. Los geht’s am 27. Dezember, doch in Remscheid kommt der Impfstoff nur tröpfchenweise an. Die Stadt bekommt zunächst nur 180 Dosen. Bis zur Jahreswende sollen 860 weitere kommen, dann gibt es erst Mitte Januar wieder welche. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz will den Menschen Mut machen und übt sich in Optimismus: „Das ist der Anfang vom Ende der Pandemie.“ -ric-

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