Deutsches Rotes Kreuz: Die Goldenen Zeiten sind vorbei

Dr. Dieter Temmen, Gerd Kirschner, Alexandra Michaela Grah und Thomas Kuwan-Grah erinnerten an die Geschichte des DRK. Foto: Doro Siewert
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Dr. Dieter Temmen, Gerd Kirschner, Alexandra Michaela Grah und Thomas Kuwan-Grah erinnerten an die Geschichte des DRK.

Vor 125 Jahren nahm die Sanitätsbereitschaft in Lennep ihre Arbeit auf: Aktive feiern das Jubiläum in kleiner Runde

Von Peter Klohs

Lennep. Es ist heute eine Seltenheit, wenn ein Verein 100 Jahre und mehr besteht, bedeutet es doch, dass man sich von zwei Weltkriegen nicht hat unterkriegen lassen und weiterhin an seiner Bestimmung festgehalten hat. Die Sanitätsbereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Lennep an der Mühlenstraße hat bereits eine 125-jährige Geschichte hinter sich.

In einer kleinen Feierstunde beging der Verein am Wochenende dieses Jubiläum. Zentraler Punkt war die Festrede von Dr. Dieter Temmen, der seit 1990 Bereitschaftsarzt des DRK Lennep ist und zugleich als 2. Vorsitzender fungiert. Temmen berichtete über die wechselhafte Geschichte des Lenneper DRK und fasste sie so zusammen: „Es gab gute Zeiten und schlechte. Jetzt sind sie ganz schlecht.“

Der Verein wurde 1896 gegründet – von 25 Mitgliedern in einer Zeit, da auch in Lennep eine Art patriotischer Enthusiasmus vorherrschte. Die erste große Bewährungsprobe hatte der Verein im Ersten Weltkrieg zu bestehen. „Damals gab es in Lennep einen großen Güterbahnhof, der zum Lazarett umgebaut wurde“, wusste Dr. Temmen zu berichten. „Und trotz zahlreicher Widrigkeiten im und nach dem Krieg – Hunger, Not, die spanische Grippe – wurde der Verein in Lennep weitergeführt.

1928 wurde die Sanitätswache auf der Mühlenstraße eröffnet, gespendet von der Familie Hardt. „Als es dieser Familie nicht mehr so gut ging, erhielt die Stadt das Gebäude. Und heute ist es eine Bruchbude“, sagte Dr. Temmen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das DRK eine nationalsozialistische Einrichtung: „Auf Fotos sieht man das Rotkreuzemblem mit einem Hakenkreuz.“ 1947 fand die Neugründung in Lennep statt. Danach erfolgten das sogenannte Wirtschaftswunder und Aufschwung. Noch später der Kalte Krieg.

„Das waren goldene Zeiten für das DRK in Lennep“, weiß Dr. Temmen, „1971 hatten wir 80 aktive Helfer bei uns. Dabei auch die ersten Kriegsdienstverweigerer.“ Aber die Wehrpflicht wurde abgeschafft, ein herber Schlag für das DRK, das sich im Jahr 1996 zum 100-jährigen Jubiläum mit 26 aktiven Helfern begnügen musste. In der Folge wurde der Sanitätszug in Lennep aufgelöst.

In den letzten 20 Jahren, so der Bereitschaftsarzt, ging es mit dem DRK Lennep stark bergab: „mit den Mitgliederzahlen, mit Spenden, mit Allem. Homeoffice und die Digitalisierung helfen dem DRK nicht.“ Trotzdem, sagt Temmen, gelte es, positiv in die Zukunft zu schauen.

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