Deutsche Bahn kündigt Reparatur der Müngstener Brücke an

An der Müngstener Brücke nagt der Zahn der Zeit. ©
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An der Müngstener Brücke nagt der Zahn der Zeit. <br><i>©

Zum 1. Oktober springen alle Signale auf Rot. Dann, so kündigte das Eisenbahnbundesamt in einer neuerlichen Verfügung an, fährt kein Zug mehr über die Müngstener Brücke, es sei denn, die Deutsche Bahn weise bis dahin die Standsicherheit des rostenden Wahrzeichens nach. Sonst bleibe nur die Sperrung.

Ob es eine Reaktion auf diese neuerliche Drohung ist oder auch auf die jüngsten Proteste der Politiker in Remscheid und Solingen: Jedenfalls will das "Unternehmen Zukunft" den Forderungen folgen, bis zum Herbst die Statik der Müngstener Brücke neu berechnen, die defekten Brückenlager sanieren und danach bis zu 400 000 Euro jährlich in Rostschutzfarbe investieren - binnen zehn Jahren soll das stählerne Bauwerk dann einmal gestrichen sein.

Die gute Nachricht entsandte gestern nach einem Gespräch mit Reiner Latsch, dem Generalbevollmächtigten der Bahn im Westen, der Bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (Foto) auf RGA-Nachfrage ins Bergische Land. "Ich habe nicht den Eindruck, dass man die Müngstener Brücke dort loswerden will", erklärte der Christdemokrat und trat damit zugleich entsprechenden Befürchtungen in der Remscheider Politik entgegen.

Allen voran hatte sich Oberbürgermeisterin Beate Wilding verärgert gezeigt über das Gebahren der Bahn. Denn noch kurz bevor das Eisenbahnbundesamt dem "Müngstener" (RB 47) eine Schleichfahrt von 10 Km/h befahl, sei auf Seiten der Bahn von Einschränkungen keine Rede gewesen. "Man hat dort keine Hemmungen, einem frech ins Gesicht zu lügen", schimpfte Wilding.

Anlass für die Schleichfahrt leisten die vier Brückenlager. Sie gleichen den Druck aus, der auf die Brücke wirkt, wenn ein Zug darüber fährt. Doch die alten Rollenlager sitzen fest, was bei normalem Verkehr erst auf Dauer ein Problem darstellen würde. Muss ein mit normaler Geschwindigkeit fahrender Zug aber eine Vollbremsung vollführen, so die Befürchtung der Sicherheitsexperten, könnten die dann auftretenden Kräfte zu einer sofortigen Gefahr für die Brücke werden.

"Unverzüglich", so Jürgen Hardt, wolle die Bahn nun mit der Reparatur der Brückenlager beginnen. Der Kontakt zu den Herstellern sei bereits aufgenommen. Nach den Statikberechnungen werde zudem feststehen, welche Züge das Bauwerk aushalten kann. Doch so viel sei sicher, erklärte Hardt: Der "Müngstener" soll weiter über die Brücke fahren.

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