Mein Blick auf die Woche

Deshalb wird ein Kunstrasen zweimal eingeweiht

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Zukunftsprojekte brauchen zu lange. Oder sie kommen gar nicht. Wie besonders es ist, wenn es dann doch mal klappt, zeigt die Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes in Hackenberg, findet RGA-Lokalchef Axel Richter. Der musste nämlich gleich zweimal eingeweiht werden.

10 Jahre brauchte die Stadt Remscheid, um aus dem Schulstandort Eisernstein ein Neubaugebiet zu machen. 8 Jahre gingen ins Land, bis vom Ratsbeschluss über die „Revitalisierung“ der Innenstadt die ersten neuen Laternen auf die Alleestraße kamen.

Viele Zukunftsprojekte in Remscheid brauchen zu lange. Oder sie kommen gar nicht wie das Designer Outlet Center (DOC), weil klagebereite Bürgerinnen und Bürger um ihre Behaglichkeit fürchten, deshalb vor Gericht ziehen und dort auch noch Recht bekommen.

Die Folgen betreffen die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar. Beispiel Eisernstein: Die dort geplanten 17 Einfamilien- und 2 Mehrfamilienhäuser könnten längst stehen und bezogen sein. Heute, da infolge der Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine die Baukosten explodiert und die Zinsen gestiegen sind, können oder wollen sich viele junge Familien die Finanzierung der eigenen vier Wände nicht mehr leisten.

Dass es auch anders geht, zeigte sich zu Anfang der Woche in Hackenberg. Kein Verein hat länger unter dem Gezerre um das DOC gelitten als die dort kickende Sportgemeinschaft. Wäre das DOC gebaut worden, sollte in Hackenberg eine neue Sportanlage als Ersatz für das überbaute Röntgen-Stadion entstehen. Solange das DOC bei Gericht lag, tat sich nichts und die Kicker mussten weiter auf Asche gegen den Ball treten. Weil das heute keiner mehr will, verlor die SG Hackenberg viele Mitglieder.

Nach dem Scheitern des DOC im Februar musste es deshalb schnell gehen. Und es ging schnell. Im Juli rissen die Kicker in Eigenarbeit ihren Ascheplatz ab. In dieser Woche feierten sie die Einweihung ihres Kunstrasenbelags mit Kork-Sand-Beimischung.

Wie besonders ein rascher Erfolg ist, zeigt auch der Umstand, dass der neue Fußballplatz gleich zweimal eingeweiht werden musste. Dem ersten Spiel der SGH folgte ein Ortstermin samt Verwaltungsspitze. Und die Grünen schickten noch eine Pressemitteilung hinterher, um zu sagen, dass man schon auch zu den Vätern und Müttern des Erfolgs zählt.

Die eigene Ideenlosigkeit spiegelt sich unterdessen in der ernsthaft geführten Diskussion darüber, ob künftig Fahrradfahrer über die Alleestraße fahren dürfen oder nicht. Die Grünen sind dafür, die CDU äußert Bedenken. Und beide tun so, als besäße die Frage, ob oder ob nicht irgendeine Relevanz für die Allee. Auch diese Diskussion ist derweil symptomatisch. Schließlich redet man auch darüber schon seit 8 Jahren in Remscheid.

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