Mein Blick auf die Woche

Der Zusammenhalt der Remscheider macht Mut

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Der Schock saß tief. Mit seiner Drohung mit Atomwaffen weckte der russische Präsident längst vergessene Ängste. Doch die Schockstarre wirkte nur kurz. In Remscheid und anderen Städten zeigen die Menschen dem Kriegsherrn im Kreml, dass er nicht mehr alle Matroschkas im Schrank hat. Europa und die Nato stehen zusammen. Das alles macht Mut, sagt RGA-Lokalchef Axel Richter.

Die Drohung aus Moskau wurde verstanden. Mit seiner Ankündigung, die Atomwaffen in Alarmbereitschaft zu versetzen weckte der russische Präsident Wladimir Putin Ängste, die längst vergessen schienen. Damit hatte der Kriegsherr im Kreml erreicht, was er erreichen wollte. Nach zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven bei vielen Familien im Westen blank, da hatte ihnen ein wildgewordener Despot mit den Fingern am Atomkoffer gerade noch gefehlt.

Doch die Menschen verharrten nur kurz in Schockstarre. Bereits am Montag zeigten sich annähernd 600 Remscheiderinnen und Remscheider solidarisch mit der Ukraine und trugen ihren Protest gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit einem Friedensmarsch auf die Straße. Gewiss: Der russische Präsident schaut nicht auf Remscheid. Doch Pfarrerin Antje Menn, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen helfen, die Stimme des Friedens auch in Russland zu stärken.“

Etwas mehr als 160 Ukrainer und in etwa ebenso viele Russen leben heute in unserer Stadt. Sie werden die Botschaft, die von Remscheid und anderen Städten ausging, in ihre Länder tragen. Das unterläuft die Desinformationskampagne, mit der Putin die eigene Bevölkerung täuscht, und wird mit den Sanktionen des Westens hoffentlich immer mehr Russen begreifen lassen, dass ihr Präsident nicht mehr alle Matroschkas im Schrank hat.

Das macht Mut. Ebenso wie die vielen Hilfsaktionen, die von Remscheid ausgehen. Es sind so viele, dass die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger in dieser Woche um Geduld bitten musste. Denn noch sind keine Flüchtlinge da, die es zu versorgen und zu betreuen gilt.

Das wird sich ändern. Bei allem, was in den nächsten Wochen und Monaten zu tun sein wird, ist die Stadt auf die Remscheiderinnen und Remscheider angewiesen. Dabei weiß sie, dass sie sich fest auf sie verlassen kann.

Der Zusammenhalt, übrigens auch der neue Zusammenhalt in Europa und in der Nato, gibt Hoffnung. Andere Erscheinungen dürfen dagegen gerne verschwinden. Die Putin-Versteher aus den Reihen von AfD und Linkspartei etwa. Vielleicht gewährt ihnen ihr Freund im Kreml ja Asyl in Moskau. Die Demonstranten, die nach wie vor durch Remscheid marschieren, weil sie sich als Opfer einer Corona-Diktatur betrachten, dürfen sie bei der Gelegenheit gleich mitnehmen. In Putins Reich können sie erleben, was eine Diktatur tatsächlich ist.

TOP Hilfe für Jungunternehmer: Remscheid bekommt ein Startercenter.

FLOP Hoffnung auf neuen Impfstoff: Auch Novavax bringt Impfgegner nicht zur Vernunft.

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