Interview

Der Winterdienst ist startklar

Volker Niemz (l.) und Martin Kotthaus sehen sich für den Winter gerüstet.
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Volker Niemz (l.) und Martin Kotthaus sehen sich für den Winter gerüstet.

Volker Niemz und Martin Kotthaus sehen den Betriebshof auf Schnee und Eis vorbereitet.

Das Gespräch führte Wolfgang Weitzdörfer

Herr Niemz, Herr Kotthaus, wann beginnt die Wintersaison für den Betriebshof?

Volker Niemz: Traditionell richten wir uns beim Wermelskirchener Betriebshof immer ab dem 1. November auf eine mögliche anstehende Wintersaison ein.
Martin Kotthaus: In diesem Jahr war es zu diesem Zeitpunkt zwar noch wirklich sehr warm – aber dennoch sind wir generell vorbereitet auf einen möglichen Kälteeinbruch mit Schnee und Eis ab dem 1. November.

Welche Vorbereitungen müssen dafür getroffen werden?

Niemz: Zunächst einmal erhalten alle unsere Mitarbeiter eine spezielle Sicherheits-Unterweisung und natürlich auch eine sehr genaue Einweisung in die Fahrzeuge und die entsprechenden Geräte, die im Rahmen des Winterdienst eingesetzt werden müssen. Außerdem wird jedes Jahr die Einsatzplanung für die Personaleinteilung überarbeitet und angepasst. Das gilt auch für die Routenplanung, also wie und wann die Winterfahrzeuge durch die Stadt fahren.
Kotthaus: Das ist für uns aus dem Grund sehr wichtig, weil wir die Routen immer mit unserem Vertragsunternehmer, der Firma Sieg & Partner, abstimmen. Deren Mitarbeiter übernehmen nämlich auch kleinere Straßen, Wege und Plätze – und das zusätzlich zu ihrem eigentlichen Hauptaufgabenbereich. Und das umfasst in erster Linie die Bearbeitung aller Gehwege, für die die Stadt Wermelskirchen verpflichtet ist, den Winterdienst zu übernehmen. Außerdem müssen wir uns darum kümmern, dass das Streusalzsilo, die Salzhalle und die Solebehälter überprüft, gefüllt und betriebsbereit sind. Parallel dazu werden natürlich auch die Fahrzeuge und Geräte von der Werkstatt überprüft und einsatzbereit für den Winterdienst gemacht – es wäre schließlich fatal, wenn der Winter käme und ein Fahrzeug nicht für den Einsatz bereit wäre.

Wie viele Mitarbeiter sind für den Winterdienst zuständig?

Kotthaus: Aktuell sind es bei uns rund 20 Mitarbeiter, die für den Winterdienst in Frage kommen und im Einsatz sind.

Was sind ihre Aufgaben?

Niemz: Ein Hauptbereich umfasst den Fahrdienst. Es werden nämlich alleine 15 der 20 Mitarbeiter im Winter als Fahrer eingesetzt. Dazu kommen noch zwei Werkstattmitarbeiter und mehrere Mitarbeiter im Bereich der Organisation.

Wird im Bereitschafts- oder Schichtdienst gearbeitet?

Kotthaus:Unsere Fahrer sind in drei Schichten eingeteilt: Eine Woche ist Frühdienst angesagt, eine Woche Spätdienst und dann folgt eine Woche Freischicht. Wenn die Wetterlage entsprechend winterlich wird, dann wird umgehend eine sogenannte Rufbereitschaft ausgerufen. Das heißt, die jeweilige Schicht rückt unmittelbar nach der Alarmierung aus, um die Straßen zu räumen.

Wie wichtig sind die Wettervorhersagen für den Betriebshof im Winter?

Niemz: Die Wettervorhersage ist wahnsinnig wichtig. Natürlich, um für den jeweiligen Fall des Falles vorbereitet zu sein. Und zwar nicht nur, damit wir alle Fahrzeuge rechtzeitig auf der Straße haben, sondern auch, um möglichst kostensparend agieren zu können. Dafür brauchen wir eine genaue Wettervorhersage, weil sie sehr wichtig ist für die Einsatzplanung. Leider sind Wettervorhersagen in der Regel aber meistens nur bis zu zwei Tage im Voraus wirklich zutreffend. Deshalb ist in unserer Arbeit im späten Herbst und dann vor allem Winter eine ständige Beobachtung der Wetterlage notwendig, um dann eben auch schnell reagieren zu können.

Welche Materialien braucht man in der kalten Jahreszeit?

Kotthaus: Pudelmützen, dicke Handschuhe und Stiefel und außerdem unbedingt Lebkuchen, Spekulatius und heißen Kakao. Aber jetzt einmal Scherz beiseite. Sie meinen mit dieser Frage sicherlich den Bereich des Streumaterials. Dafür setzen wir Feuchtsalz (FS 30) ein, das eine bessere Bodenhaftung und Tauwirkung hat als reines Salz und mit dem sich im Verbrauch daher erhebliche Mengen einsparen lassen.

Wie viele Fahrzeuge sind in Wermelskirchen im Einsatz?

Kotthaus: Der Betriebshof Wermelskirchen ist mit vier Großfahrzeugen im ganzen Stadtgebiet unterwegs. Dazu kommen dann noch zwei Großfahrzeuge sowie sechs Kleinfahrzeuge unseres Vertragsunternehmers Sieg & Partner.

Verändern sich die Anforderungen und die Logistik mit den milden Wintern der jüngeren Zeit?

Niemz: Hier muss man sagen, dass das grundsätzlich nicht der Fall ist. Die Erfahrung zeigt uns vielmehr, dass es zukünftig immer wieder Überraschungen und extreme Wetterlagen geben wird. Und das übrigens nicht nur im Winter, sondern durchaus auch im Sommer. Wir sollten also im eigenen Interesse gut darauf vorbereitet sein, dass uns das Wetter das gesamte Jahr über überraschen kann.

Käme der Betriebshof mit einem plötzlichen und sehr harten Wintereinbruch klar?

Kotthaus: Selbstverständlich ist das so! Der Betriebshof Wermelskirchen ist für jeden Winter hinreichend gerüstet. Und vor allem auch für die Situation bei einem plötzlichen Wintereinbruch. Die ständige Bereitschaft gehört zum Pflichtprogramm in dieser Jahreszeit.

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