Die Woche in Remscheid

Der Staat darf seinen Bürgern 2 G abverlangen

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Ins Saxo kommt nur noch, wer entweder geimpft oder genesen ist. Dafür gebührt Niklas Bergmann Hochachtung, findet RGA-Lokalchef Axel Richter, denn in den sogenannten sozialen Medien brachte dem Wirt das nicht nur positive Kommentare ein. 

Ins Saxo kommt nur noch, wer entweder geimpft oder genesen ist. Das gilt seit dieser Woche, unmissverständlich und klar. In den sogenannten sozialen Medien brachte Wirt Niklas Bergmann das nicht nur positive Kommentare ein. Umso mehr gebührt ihm Hochachtung dafür.

Das Saxo in der Alten Bismarckstraße ist eine Kneipe, die vor allem von jungen Remscheiderinnen und Remscheidern besucht wird. An den Schulen, die sie besuchen, hat das Coronavirus deutlich an Tempo zugelegt. So verging im Laufe der Woche kaum ein Tag, an dem der Krisenstab nicht von neuen Infektions- und Quarantänefällen berichten musste.

Jene, die noch nicht geimpft sind oder noch gar nicht geimpft werden können, sind also erneut am stärksten von der Pandemie betroffen, und die Landesregierung mag dies dementieren, aber die Durchseuchung der Schulen ist im vollen Gange.

Remscheid: Eltern sollen Kinder über zwölf Jahren impfen lassen

Den Behörden bleibt nur der Appell an die Eltern, ihre Kinder über zwölf Jahren impfen zu lassen. Das Gesundheitsamt sagte allen Zweiflern, Bequemen und Impfverweigerern dazu in dieser Woche auf den Kopf zu: „Diejenigen, die nicht geimpft sind, die kriegen es.“ Und nicht nur das: Sie geben „es“ auch weiter. Leichter jedenfalls als Geimpfte.

Sich impfen zu lassen oder sich nicht impfen zu lassen, ist deshalb keine ausschließlich individuelle Entscheidung. Wer sich impfen lässt, schützt auch andere und verhält sich gegenüber der Gesellschaft solidarisch. Genau das darf der Staat von seinen Bürgerinnen und Bürgern erwarten. Der ist nämlich nicht nur dazu da, ihnen Rechte zu garantieren; er darf ihnen auch etwas abverlangen. Solidarität ist dafür nur ein Beispiel.

Dafür darf er auch Druck erzeugen, indem er statt auf drei G konsequent auf zwei G setzt. Heißt: Nur der Staatsbürger, der geimpft oder genesen ist, darf vollumfänglich wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Wer sich dem Akt der Solidarität verweigert, kann das nicht. Denn: Wer der Gesellschaft seine Solidarität verweigert, der kann auch nicht mit der Solidarität der Gesellschaft rechnen.

Saxo-Wirt Niklas Bergmann liegen solche Überlegungen fern. Er will keinen Druck auf seine Gäste ausüben. „Wir wollen unsere Saxo-Atmosphäre zurück“, schreibt er stattdessen. „Wir wollen wieder Erdnüsse knacken, grölen, tanzen, Konzerte veranstalten und uns dabei unter Einhaltung der gängigen Hygienevorschriften wohl und sicher fühlen.“

So viel Konsequenz möchte man sich von den politischen Verantwortungsträgern in unserem Land wünschen. Statt klarer Ansagen wird in der Frage, ob zwei G nicht nur für mehr Unbeschwertheit sorgt, sondern auch der Impfkampagne neuen Schwung verleiht, nur herumgeeiert. Währenddessen schafft ein junger Unternehmer in unserer Stadt Fakten – auch auf die Gefahr hin, Stammgäste zu verprellen. Respekt für so viel Mut und Entschlossenheit.

TOP Heimatstolz: Remscheid soll endlich einen Namenszusatz auf dem Ortseingangsschild erhalten.

FLOP Luca-App: In Remscheid konnte mit ihrer Hilfe nicht ein Infektionsweg nachvollzogen werden.

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