Der Sopranistin kann sich niemand entziehen

2. Philharmonisches Konzert der Bergischen Symphoniker im Teo Otto Theater

Von Daniel Diekhans

Der Stimme von Sophie Karthäuser konnte sich wohl niemand im Saal entziehen. Die belgische Sopranistin sang mit einer Intensität, als wollte sie das ganze Teo Otto Theater mit Klängen ausfüllen. Karthäuser, Jahrgang 1974, gelang der internationale Durchbruch mit der Rolle der Papagena („Zauberflöte“), und aktuell kann man sie als Pamina an der Semperoper Dresden erleben. In Remscheid trat sie im 2. Philharmonischen Konzert der Bergischen Symphoniker mit zwei Konzertarien auf – Stücken also, die Mozart den besten Interpretinnen seiner Zeit auf den Leib schrieb.

Seiner Solistin gab Gastdirigent Andreas Spering viel Raum, indem er mit den Symphonikern eine dezente, fein austarierte Begleitung entwickelte. „Basta vincesti“ eröffnete Karthäuser sogar mit unbegleiteten Koloraturen. Neben der Vokalkunst brachte sie ihre schauspielerischen Fähigkeiten ein, unterstrich schmerzlich-leidenschaftliche Töne mit prägnanten Gesten.

Einen Stimmungswechsel markierte „Alma grande e nobil core“. Die Sängerin musste nicht länger die Hände ringen. Ihre Gesichtszüge waren entspannt, ihre Stimme strahlte hell – und der Applaus der 200 Zuhörer war ihr sicher.

Gastdirigent zeigte seine Expertise für Alte Musik

Bei Beethoven und Mendelssohn zeigten sich die Symphoniker von ihrer besten Seite. Dass mit Spering ein Experte für Alte Musik am Pult stand, merkte man an den Nachbauten historischer Instrumente, die beispielsweise die Trompeter spielten. Es war der transparente Orchesterklang, der bei Beethovens 1. Symphonie die Handschrift des Dirigenten verriet und viel Beifall erntete. Spering trieb den Kopfsatz energisch voran. Überzeugend setzten die Musiker auch die vom zweiten Satz geforderte Bewegung um. Ohne zu eilen, gestalteten sie das schnelle „Menuetto“, und nach einem kurzen Ausatmen ging es hinein ins beschwingte Finale.

Die Farben des Orchesters reizt die „Atahlia“-Ouvertüre aus, die Mendelssohn für das gleichnamige Theaterstück komponierte. Die wuchtige Einleitung der Blechbläser beantworteten die Streicher mit Pizzicato-Klängen. Das Ensemble fand in einem Marsch zusammen, bevor sich der Kreis mit einem Bläser-Choral schloss.

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