Der Saugsport hat gleich drei Disziplinen

Bei Comedian Hans Gerzlich ist die Schürze Programm: Er schmeißt den Haushalt, seine Frau macht Karriere. Foto: Michael Schütz
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Bei Comedian Hans Gerzlich ist die Schürze Programm: Er schmeißt den Haushalt, seine Frau macht Karriere.

Hans Gerzlich in der Klosterkirche

Von Sabine Naber

LENNEP Die Küchenschürze umgebunden spazierte Hans Gerzlich am Freitagabend gelassen auf die Bühne in der Lenneper Klosterkirche. Und machte in seiner Rolle als Hausmann gleich klar, was man von ihm nicht verlangen kann: „Mit einem Rauschwamm gehe ich doch nicht an einen Emaille-Topf.“

Um dann aber umgehend politisch zu werden und kein gutes Haar an den Politikerinnen, den Politikern quer durch die Parteien zu lassen. Noch vor einem halben Jahr habe er erstaunt zur Kenntnis genommen, dass die SPD einen Kanzlerkandidaten stellt: „Und jetzt rockt der das.“ Aber der Scholz würde es wie die Merkel machen. An dem perle auch alles ab. Bei Frau Baerbock habe in der Kindheit die Schaukel zu nah an der Wand gestanden. Und bei Friedrich Merz stöhnte er nur: „Die Mumie kehrt zurück.“ Nach diesem Abstecher, widmete sich der Comedian dann aber seinem eigentlichen Thema, dem er auch die Überschrift seines Programms gewidmet hatte: „Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem (dachte ich)“.

Allerdings nur so lange, bis seine Frau Karriere machte und er zu Hause plötzlich für alles zuständig war. Da habe er schnell gemerkt: „Wenn du sagst, ich mache den Haushalt, meine Frau verdient das Geld, dann gucken die dich an, als ob du gerade gesagt hättest, ich steh’ auf Sex mit Meerschweinchen.“ Ein Leben, in dem es inzwischen bei der Gattin schon zum dritten Mal in dieser Woche wieder später wurde im Büro: „Und es ist erst Dienstag.“ Das Publikum amüsierte sich. Auch als er seine Freude am Saugsport – da unterscheidet er Staub-, Polster- und Orientierungssaugen im Kinderzimmer – mit schauspielerischem Talent kundtat.

Er regte sich über Männer auf, die einen Smoker für mehr als 1000 Euro kaufen, dann aber für ein Kilo Nacken nicht mehr als 2,99 Euro bezahlen wollen. Und über die Deutschen im Allgemeinen. Für die sei eine Ampel verpflichtend, in den südlichen Ländern sei sie allenfalls eine Empfehlung. „An der Grenze zu Polen hätte man damals besser mal rote Ampeln aufgestellt. Da hätte die Wehrmacht mit Sicherheit gesagt: Siehste Führer – geht nicht.“

Mit Zeitgeistphänomenen wie Alexa – sein ehemaliger Arbeitskollege besitzt eine – hat Gerzlich auch so seine Probleme. Diese Alexa sage seinem Freund inzwischen alles. Beispielsweise, dass er im Sitzen pinkeln muss und den schmutzigen Teller in die Spülmaschine stellen soll. „Genau wie seine Ehefrau. Nur nicht in so einem vorwurfsvollen Unterton.“ Die Gleichberechtigung der Frauen liegt ihm sehr am Herzen. Im systemrelevanten Bereich – laut Gerzlich also im selbstverständlichen Bereich – hätten die Frauen drei Viertel des Arbeitsaufkommens zu bewältigen. Und würden immer noch 20 Prozent weniger verdienen als die Männer. Gleichstellungsbeauftragte seien übrigens immer Frauen: „Klar, die kosten weniger.“

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