Tributeband One of these

Der Pink-Floyd-Egotrip kommt super an

In der Klosterkirche kam die Tributeband dem Original überraschend nah: Pink Floyd war so für einen Abend in Lennep zu Gast.
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In der Klosterkirche kam die Tributeband dem Original überraschend nah: Pink Floyd war so für einen Abend in Lennep zu Gast.

Für einen Abend sind Roger Waters & Co. in Lennep heimisch.

Von Peter Klohs

Remscheid. Im vergangenen Jahr waren „One of these“, ihres Zeichens Pink-Floyd-Tributeband, mit einem Unplugged-Konzert zu Gast in der Lenneper Klosterkirche. In diesem Jahr gab es das bekannteste Werk der englischen Rockband in Gänze zu hören: The Wall. Rund 150 Besucher waren in die Klosterkirche nach Lennep gepilgert.

Das auf der Bühne agierende Oktett rund um die Gitarre spielenden Gebrüder Sascha und Steffen Thiele zeigte sich voller Spielfreude. Die Stimmlage von Sänger Jonas Kopp kommt der von Pink-Floyd-Bassist Roger Waters schon sehr nah. Die Gitarrensounds sind angemessen „floydig“, entbehren hier und da aber auch nicht einer gesunden Härte. Keyboarder Dominic Baumann agiert zumeist unauffällig aber musikdienlich. Bassist Arndt Immekeppel legt einen fundierten Rhythmusteppich, den Schlagzeuger Thomas Diemer durch unaffektiertes und zielgerichtetes Drumming verfeinert.

Weniger ist mehr: Voller Fokus auf die Musik

Sandra Breuer und Maggy Büchel veredeln den Gruppensound mit ihrem stimmgewaltigen Background-Gesang. Petra Pulchera und ihr Saxofon haben drei kürzere Gastspiele im zweistündigen Programm.

„Wir spielen heute Abend eine konzertante Aufführung von ‚The Wall‘“, kündigt Steffen Thiele an. Die Band verzichtet auf die ansonsten üppige Lightshow und möchte sich gemeinsam mit dem Publikum auf die Musik konzentrieren.

Eine erste Überraschung ergibt sich im großen Pink-Floyd-Hit „Another brick in the wall“, der, als sei es völlig normal, um ein Keyboard-Solo und ein zweites Gitarrensolo auf gut zehn Minuten ausgedehnt wird. Das gefällt den Besuchern, die stürmisch applaudieren. Bei „Don’t leave me now“ zeigt Jonas Kopp, welch guter Sänger er ist, bevor das erste Set mit „Good bye crule world“ melancholisch nach gut 50 Minuten endet.

Höhepunkt des zweiten Konzertteils – und von so vielen Pink-Floyd-Auftritten seit den 80er Jahren – ist „Comfortably Numb“, diese halb balladeske, halb groovige Komposition mit dem Monstergitarrensolo von David Gilmour, was Sascha Thiele erfreulich kongenial darbietet. Das Stück lebt ebenfalls durch die sich ungeheuer logisch entfaltende Akkordprogression. Im letzten Viertel, kurz vor dem Ende, müssen die Konzertgäste das seltsamste Stück von „The Wall“ über sich ergehen lassen: „The Trial“ klingt eher nach einer Operette als nach Rock. Und der offizielle Teil des Konzertes endet hoch schwülstig, beinahe kitschig mit „Outside the wall“.

„The Wall“, das bis heute meistverkaufte Doppelalbum der Musikgeschichte, ist beinahe komplett ein Roger-Waters-Egotrip. Nur selten durfte sein Kollege Gilmour etwas beisteuern („Comfortably Numb“). Und das zeigt auch die Schwäche des Werkes mehr als 40 Jahre später: Manche Abschnitte des Konzeptwerkes sind gut gealtert, andere weniger. Natürlich sind die Texte und die Basis von „The Wall“ aktuell wie nie, aber manche damals sicher als tragisch empfundene Musikstelle zeigt sich heute als mollbelasteter Sumpf und unfreiwillig kitschig.

Der Band „One of these“, die ihren Job erstklassig versah, ist dies sicher nicht anzulasten. Schön, dass als Zugabe „Time“ und „Money“ erklang, zwei glänzende Juwelen aus „The Dark Side of the Moon“, einem Album, auf dem noch alle Floyds kompositorisch tätig waren. Und mit „Wish you were here“ gingen Band und Publikum nach über zwei Stunden auseinander.

Die Band

Die Pink-Floyd-Tribute-Band „One of these“ – ein Hinweis auf den floydschen Instrumentalkracher „One of these days“ – spielt verschiedene Programme in unterschiedlichen Besetzungen zwischen Quintett und Orchesterbeteiligung.

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