75. Bergische Kunstausstellung

Der Kunstpreis geht an Pascal Sender

Rund zehn Stunden sichtete die Jury, bestehend aus Dr. Anna Fricke (v. l.), David Czupryn, Dr. Thekla Zell, Dr. Roland Mönig und Gisela Elbracht-Iglhaut die 260 eingereichten Arbeiten für die 75. Bergische Kunstausstellung. Pascal Sender erhält den mit 10 000 Euro dotieren Kunstpreis für sein Werk „Exit“. Foto: Michael Schütz
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Rund zehn Stunden sichtete die Jury, bestehend aus Dr. Anna Fricke (v. l.), David Czupryn, Dr. Thekla Zell, Dr. Roland Mönig und Gisela Elbracht-Iglhaut die 260 eingereichten Arbeiten für die 75. Bergische Kunstausstellung. Pascal Sender erhält den mit 10 000 Euro dotieren Kunstpreis für sein Werk „Exit“.
  • Philipp Müller
    VonPhilipp Müller
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Für die 75. Bergische Kunstausstellung wurden 260 Bewerbungen gesichtet.

Bergisches Land. Am Anfang stand im Kunstmuseum der Corona-Test. Denn bevor das negative Ergebnis nicht vorlag, machte sich die Jury für die 75. Bergische Kunstausstellung erst gar nicht an die Arbeit. Dann seien 260 Bewerbungen durchgeschaut worden, berichtet die Direktorin des Museums, Gisela Elbracht-Iglhaut.

Am Ende einer einstündigen Diskussion um zwei Favoriten für der Internationalen Bergischen Kunstpreis habe Pascal Sender festgestanden. Im September zur Ausstellungseröffnung erhält er für sein Werk „Exit“ den von der Essener Nationalbank gestifteten Preis in Höhe von 10 000 Euro aus den Händen von Dr. Thomas A. Lange, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Bank, die als wichtiger Kunstmäzen der Kulturbranche gilt.

Pascal Sender verbindet digitale Bildwelten mit analoger Malerei.

Jury-Begründung für den Internationalen Bergischen Kunstpreis

Lange gehörte auch zur Jury, auf deren Besetzung Elbracht-Iglhaut sehr stolz war. Die Jury ist stets mit Fachleuten besetzt, die den Zugang zur jungen Kunst haben. Ihr gehörten in diesem Jahr Dr. Anna Fricke, die Kuratorin des Essener Museum Folkwang, und die Kuratorin Dr. Thekla Zell des Leverkusener Museums Morsbroich an. Mit David Czupryn gehörte dem Auswahlteam auch ein ehemaliger Kunstpreisträger an. Schließlich sichtete auch Dr. Roland Mönig, der Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums, die eingereichten Mappen voller Kunst.

Der gebürtige Schweizer Pascal Sender und früherer Student der Kunstakademie Düsseldorf verbindet in seinem Werk „Exit“ Techniken der Fotografie mit dem Smartphone, der digitalen Bildbearbeitung per App und der Verarbeitung der gedruckten Vorlagen mit echten Farben im Atelier.

Doch nicht nur der Preisträger wurde bestimmt. Die Jury wählte auch die Arbeiten aus, die ab dem 18. September in der 75. Auflage der Bergischen Kunstausstellung zu sehen sein werden. „Wir hatten so viele guten Bewerbungen, dass wir drei hochkarätige Ausstellungen machen könnten“, sagt Elbracht-Iglhaut beeindruckt.

Die hohe Qualität ist schon der Ausschreibung geschuldet. Die „Bergische“, wie die Ausstellung auch kurz heißt, setzt auf professionelle Künstler mit akademischem Hintergrund. Das ist in der Regel die berühmte Akademie aus Düsseldorf. Der Bezug zum Bergischen Land gerät dabei zunehmend in den Hintergrund. Zugleich entwickelt sich die Ausstellung dadurch aber immer mehr zu einem Seismographen, wo und wie es in der jungen Szene gerade besonders spannend bebt, wohin die Strömungen gehen.

Damit bleibt sich die „Bergische“ auch seit 1946 im Gedanken treu, vor allem die Freiheit der Kunst und ihre Möglichkeiten zu dokumentieren. War es 1946 ein Aufbruch der Solinger Kunstszene, die sich endlich von den oft mörderischen Fesseln der Nazis und der Verfemung der „Entarten Kunst“ befreit, mit neuen und alten Formen, Stilen und Inhalten an neue Ufer stürzte. So ist es heute weiterhin der Aufbruch, aber getragen vom Geist einer freien Kunst, die vieles, wenn nicht sogar alles ausprobiert.

75. Bergische Kunstausstellung

Teilnehmer: Felix Breidenbach, Rike Droescher, Sebastian Fritzsch, Josephine Garbe, Camillo Grewe, Ryo Kinoshita, Danila Lipatov und Karen Zimmermann, Philipp Naujocks, Fynn Ribbeck , Jan-Luka Schmitz, Pascal Sender und Denise Winter.

Publikumspreis: Die Stadt-Sparkasse Solingen lobt einen durch die Besucher per Abstimmung vergebenen Publikumspreis von 1500, 1000 und 500 Euro aus.

Termin: Die 75. „Bergische“ läuft vom 18. September bis zum 31. Oktober.

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